Chromatische Aberration – Vermeiden geht nicht, entfernen ja!

Chromatische Abberation: Ein nerviger Fehler im Bild
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Mir ist schon öfters auf meinen Fotos aufgefallen, dass es Darstellungsfehler gibt. Meistens zu sehen an Ecken von Fenstern – dort ist es mir am häufigsten aufgefallen. Es handelt sich dabei um die Chromatische Aberration, ein typischer Fehler auf Fotos. Wer sich seine Fotos mal genauer anschaut, der wird diesen Fehler auch oft finden, weil er einfach da ist. Bislang habe ich Gedacht, dass es sich dabei um einen Fehler handelt, den ich beim fotografieren mache, jetzt weiß ich aber, dass dieser Fehler fast unvermeidbar ist, sich aber in der Bildbearbeitung beheben lässt. Die Chromatische Aberration ist nicht nur nervig, sondern kostet auch Zeit bei der Bildbearbeitung. Ich möchte dir zeigen, wie du die Chromatische Aberration entfernen kannst.

Zur Erklärung: Die Chromatische Aberration ist etwas unschönes. Es tritt auf, weil Licht unterschiedlicher Wellenlänge verschieden Stark gebrochen wird. Meistens kann man diesen Fehler an den Rändern von Fotos erkennen, ich werde dir gleich ein Beispiel aus meinen eigenen Fotos zeigen. Das ganze Thema wie die Chromatische Aberration entsteht, ist extrem umfangreich und ich möchte nicht alles wiedergeben, weil es schon schön auf diversen Webseiten nachzulesen und auch anzusehen ist. Wer mehr über die Chromatische Aberration erfahren möchte, der kann gerne mal bei Wikipedia nachschauen (Hier), dort ist es extrem ausführlich beschrieben.

So sieht die Chromatische Aberration auf einem Foto aus

Ich möchte dir nun ein Beispiel aus meinen eigenen Fotos zeigen. Ich habe mich schon richtig geärgert, dass ich das nicht durch den Sucher oder auf dem Livebild-Monitor gesehen habe. Jetzt bin ich aber deutlich schlauer, weil ich mich mal mehr damit befasst habe und nun auch weiß, wie ich die Chromatische Aberration entfernen kann bzw. versuchen kann es zu vermeiden. Doch schauen wir uns erst einmal ein Bild an, damit ihr seht was ich meine.

Chromatische Abberation: Ein nerviger Fehler im Bild
Chromatische Abberation: Ein nerviger Fehler im Bild

So sieht die Chromatische Abberation also aus – der Übeltäter hat nun nicht nur einen Namen, sondern auch ein Gesicht. Das Beispielfoto ist aus der Bilderserie „Monastery Mont G – das verlassene Kloster in Belgien“ – Für die Leute, die es interessiert. Ich habe es auf meinen Fotos immer besonders häufig und stark an Fenstern feststellen können, wo der Übergang von extrem hell zu dunkler war. Also: Sonneneinstrahlung kommt durch das Fenster und innen ist es schattig und nicht so hell wie das Sonnenlicht. Und an den Rändern der Fensterscheiben hatte ich dann – wie man unschwer auf dem Bild erkennen kann – farbliche Änderungen. Rot, Lila, ein Stück weit Blau. Obwohl das Motiv wirklich schön ist, macht die Chromatische Aberration das ganze natürlich kaputt, auch wenn es sich nur um einen kleinen Teil des Bildes handelt – aber auch kleine Teile eines Bildes gehören dazu.

Kann man die Chromatische Aberration vermeiden?

Vermeiden kann man sie leider nicht wirklich, weil das Licht unterschiedlich gebrochen wird. Es gibt also keine Einstellung in einer Kamera die besagt: „Chromatische Aberration entfernen bzw. vermeiden“. Man kann nur leicht entgegenwirken. Auf einigen Seiten im Internet findet man auch Tipps. Mein erster Gedanke war: Wenn das Licht unterschiedlich gebrochen wird, dann muss es ja möglich sein, mit einem Filter entgegenwirken zu können und der Chromatische Aberration einen Strich durch die Rechnung zu machen. Leider habe ich im WWW aber auch schnell die Aussage gefunden, dass ein Filter (egal ob Polfilter, Graufilter, Farbfilter) nicht wirklich was bringen.

Bringen soll stattdessen das abblenden etwas, also einfach die Blende weiter schließen, dafür eine höhere Verschlusszeit. Aber: Selbst das habe ich ja auf meinen Fotos versucht – zwar unbewusst aber versucht – und gebracht hat es leider gar nichts. Die Chromatische Aberration war weiterhin da. Licht kommt ja trotzdem durch die Linse und dann auf den Sensor – und wird dadurch auch unterschiedlich gebrochen – so meine Erklärung. Es wird also schwer schon beim schießen eines Fotos die Chromatische Aberration zu vermeiden und damit auszumerzen. Ich habe mich damit abgefunden, da ich jetzt weiß, dass man sie entfernen kann, auch wenn es ein wenig mehr Arbeit ist als man haben möchte und auch mehr Zeit kostet. Aber: Was tun wir nicht alles für unsere Fotos? Genau: Ganz schön viel. Und dann bin ich natürlich auch bereit, die Zeit in schönere Fotos ohne Chromatische Aberration zu investieren.

Chromatische Aberration in Lightroom entfernen

Da ich ein Lightroom-Nutzer bin, habe ich natürlich erst einen Weg gesucht, den Fehler mit dem Programm zu lösen. Das wäre für mich die einfachste Möglichkeit, weil ich dort nicht nur alle Fotos verwalte, sondern auch entwickle. Wieso noch auf ein weiteres Programm zurückgreifen, wenn man es doch bestimmt mit einem Programm machen könnte. Das schöne ist, dass Lightroom viele Entwicklertools zur Verfügung stellt, darunter auch die Funktion „Chromatische Aberration entfernen“. Also habe ich dort mal genauer hingeschaut.

In Lightroom kann man im Modus „Entwickeln“ unter „Objektivkorrekturen“ ein Häkchen bei „Chromatische Aberration entfernen“ setzen. In meinem Beispielbild brachte das aber nur bedingt etwas. Aber schaut mal selber.

Chromatische Abberation in Lightroom entfernen
Chromatische Abberation in Lightroom entfernen

Wenn man sich dann weiter mal umschaut in Lightroom, kann man in diesen Objektivkorrekturen auch den Punkt „Farbe“ auswählen. Dort finden sich Regler, mit denen man Farben aus der Chromatische Aberration entfernen kann – aber auch aus dem gesamten Bild, weshalb die Regler mit Vorsicht zu genießen sind. Man muss das passende Farbspektrum und die Intensität wählen, damit man nur die Chromatische Aberration aus seinen Bildern entfernt. Manchmal klappt das nicht auf anhieb so gut, aber Übung macht den Meister. Trotzdem immer aufpassen, dass man nicht aus versehen Farbe aus dem Bild nimmt, die man eigentlich gar nicht entfernen möchte. Wenn man dann die richtigen Einstellungen gewählt hat, kann sich das Ergebnis sehen lassen, oder nicht?

Chromatische Aberration in Lightroom entfernen: So geht's
Chromatische Aberration in Lightroom entfernen: So geht’s

So, jetzt muss man halt nur weiter im Bild schauen, dass man die restlichen Farben wieder reinbekommt, denn wie man unschwer erkennen kann, sind teilweise die Farben schwächer bis deutlich schwächer geworden. Aber auch hierfür ist Lightroom ja eine super Software, die sich einfach bedienen lässt. Trotzdem gibt es noch eine andere Möglichkeit, die Chromatische Aberration zu entfernen und zwar mit Photoshop Camera RAW.

Chromatische Aberration mit Adobe Photoshop Camera RAW entfernen

Photoshop gehört zweifelsohne zu meinen Lieblingstools. Die Bearbeitung mit Photoshop ist einfach mega einfach. Und wer sich einmal in dem sehr umfangreichen Programm zurecht gefunden hat, der möchte die Möglichkeiten nicht mehr missen. Mittels Camera RAW, ein Plugin von Adobe welches schon mit Photoshop mitgeliefert und mitinstalliert wird, lassen sich Fotos ebenfalls spitze bearbeiten – aber eben auch die Chromatische Aberration entfernen. Ich möchte dir kurz zeigen wie das geht.

Chromatische Aberration in Photoshop Camera RAW entfernen
Chromatische Aberration in Photoshop Camera RAW entfernen

Zuerst laden wir unser RAW-Bild in Adobe Photoshop, es sollte sich direkt Adobe Camera RAW öffnen. Das geschieht in der Regel automatisch. Dort haben wir so gut wie die gleichen Einstellungsmöglichkeiten wie in Adobe Lightroom, was uns schonmal in die Karten spielt. Wichtig ist auch hier der Reiter „Objektivkorrekturen“ – denn auch dahinter befinden sich Regler und Einstellungsmöglichkeiten um die Chromatischen Aberrationen entfernen zu können.

Im Reiter angekommen, können wir auch hier ein Häkchen setzen bei „Chromatische Aberration entfernen“. Das klingt erst einmal gut, aber auch hier lässt das Ergebnis wünsche offen. Denn so optimal macht die Software dass dann auch nicht. Ich glaube aber, dass das auch damit zusammenhängt, dass man einfach nicht zu viel entfernen möchte, damit das Bild nicht kaputt geht. Lieber Vorsicht als Nachsicht. Aber leider ist damit die Funktion nicht so richtig erfüllt. Auch in Photoshop Camera RAW müssen wir also entsprechende Spektren und Intensitäten eingeben, damit wir zu einem ordentlichen Ergebnis kommen. Wie in Lightroom gilt: Vorsicht! Die Farbe aus dem Bild kann verschwinden!

Schon ganz gut: Chromatische Aberration in Camera RAW von Photoshop entfernt
Schon ganz gut: Chromatische Aberration in Camera RAW von Photoshop entfernt

Man muss hier einen Mittelweg finden, ebenso wie in Lightroom, um ein Ergebnis zu bekommen, welches einen nicht nur zufrieden stellt, sondern auch gut aussieht. Auch hier: Mit ein wenig Übung wird das alles irgendwann schneller von der Hand gehen und man erzielt immer bessere Ergebnisse.

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