Die wohl bekanntesten Lost Places Deutschlands

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Schöne Einrichtungen, es sieht aus als wenn erst gestern jemand ausgezogen wäre. Teilweise sieht es aus als wohnt sogar noch jemand dort. So stellt man sich Lost Places vor – was aber nicht immer der Fall ist. Urbexer erleben es immer wieder: Eingeschlagene Scheiben, eingetretene Türen, Graffiti, Müll und kaputte Wände die von Kabeldieben aufgerissen wurden. Auch das gehört zum Alltag eines Urbexers, der sich immer wieder den Lost Places widmet. Der Grund dafür liegt in der Verwüstung anderer Menschen, die sich nicht dem Verfall widmen, sondern einen Platz suchen um sich auszutoben – und man dazu auch noch Adressen im Internet findet. Es gibt bekannte Lost Places, ebenso wie es unbekannte Lost Places gibt. Der Unterschied: Die bekannten Lost Places sind gar nicht mehr so „Lost“, denn dort trifft man immer wieder Fotografen, teilweise sogar mit einem kompletten mobilen Studio. Bei unbekannten Lost Places, deren Adressen nicht im Netz rumschwirren, sieht das schon ganz anders aus – und meistens sehen solche Locations auch ganz anders aus.

Doch was sind eigentlich die scheinbar bekanntesten Lost Places in Deutschland? Gibt es sowas überhaupt? Diese Frage ist mit einem klaren Ja zu beantworten, denn es gibt Lost Places, deren Örtlichkeiten nicht nur oft von Urbexern besucht werden, sondern auch von Vandalen. Und entsprechend sieht es auch dort aus. Ich möchte mit diesem Artikel einfach mal die bekanntesten Lost Places aus ganz Deutschland aufführen. Einfach um einen Überblick zu geben, was es denn für bekannte Lost Places überhaupt gibt.

Die Beelitzer Heilstätten

Die Beelitzer Heilstätten sind wahrscheinlich der Lost Place überhaupt. Nicht nur weil es in Brandenburg und somit sehr nah bei Berlin, unserer Hauptstadt, liegt, sondern auch weil tausende Geistergeschichten und Gruselgeschichten im Internet dazu zu finden sind. Mit der Location wird mittlerweile sehr offen umgegangen, gerade was die Adresse davon angeht. Mit einer einfachen Google suche findet man schon alles was man wissen muss. Und findet noch viel mehr: Geistersichtungen in den Beelitzer Heilstätten und paranormale Aktivitäten zählen hier zur Tagesordnung. Ich selber war leider noch nicht da, werde es aber mit Sicherheit irgendwann mal schaffen nach Berlin zu reisen und mir die Beelitz Heistätten anzuschauen und zu fotografieren.

Aber es sind nicht nur Geistergeschichten die die Beelitz Heilstätten so interessant für alle machen. Es ist auch die Geschichte dahinter. Und natürlich auch, dass es sich um ein Sanatorium für an Tuberkulose erkrankte Menschen handelte. Und vielleicht liegt die Berühmtheit dieses Lost Places auch daran, dass Hitler und Honecker vor Ort gewesen sein sollen. Es gibt viel zu sehen: Operationssäle, Liegekur-Halle, Heizkraftwerk und vieles mehr. Damit dürften die Beelitz Heilstätten der bekannteste Lost Place überhaupt sein.

Papierfabrik Düsseldorf

Die Papierfabrik Düsseldorf zählt für mich ebenfalls zu den bekanntesten Lost Places in Deutschland. Auch mit dieser Location wird recht offen umgegangen, auch in Bezug auf die Adresse. Zudem stand die alte verlassene Papierfabrik schon mehrfach in den Medien: Brände und Unfälle sorgen leider immer wieder dafür dass die alte Papierfabrik, welche eigentlich eine wirklich schöne Location war, in die Schlagzeilen gerät.

Zu viel Graffiti und schon entkernt: Die Papierfabrik Düsseldorf
Zu viel Graffiti und schon entkernt: Die Papierfabrik Düsseldorf

Es handelt sich um ein riesiges Arsenal mit riesigen Hallen, was leider auch dazu führt, das dieser Lost Place recht überlaufen war und auch recht schnell zerstört wurde. Graffitis gibt es hier leider ohne Ende, ebenso wie es oft zur Brandstiftung kommt. Das ist nicht nur schade, sondern auch eine Schande! Und so „verlassen“ war die alte Papierfabrik dann irgendwann doch nicht mehr: Bei einem Besuch waren nicht nur zahlreiche Urbexer vor Ort, sondern auch ein Team, welches mit kompletter Ausrüstung recht professionelle Videos gedreht hat.

Aufgrund der Zerstörungen gibt es hier leider nicht mehr viel zu sehen außer kaputte Wände, Graffiti und eingeschlagene Scheiben. Wer sich für Fotos der alten verlassenen Papierfabrik interessiert, der kann sich diese hier ansehen.

Die Villa von Dr. Anna L

Immer wieder sehe ich Bilder von der Villa „Dr. Anna L.“ so wie sie genannt wird. Dabei handelt es sich um eine Villa, in der ein Urologe gearbeitet hat. Die Bilder die man dazu teilweise im Internet findet versprechen aber auch viel: Eine OP-Liege, menschliche Organe in Formaldehyd, ein Klavier, intakte Betten und eine Garderobe auf der sogar noch Kleidungsstücke hängen. Leider war ich selber noch nicht vor Ort, aber auch dieser Lost Place gehört zu den bekanntesten überhaupt. Und auch die Adresse dieser Location findet man ohne große Recherche schnell im Internet.

So gerne ich mal selber zur Villa von Dr. Anna L. reisen möchte, so weiß ich aber auch dass dieser Lost Place schon recht überlaufen ist und man öfters dort Urbexer antrifft. Diese Location zählt zu den Top-Adressen unter den Ruinen-Freaks – so heißt es schon auf vielen Webseiten. Und gelogen ist das nicht!

Die Zwiebackfabrik

Ein Lost Place an dem ich auch schon war ist die Zwiebackfabrik. Die Adresse findet man auch sehr schnell im Internet und Bilder gibt es dazu auch ohne Ende. Leider wird das Gebäude bald schon abgerissen und großartig gibt es dort auch nichts mehr zu sehen. Wer sich meine Bilderreihe zur Zwiebackfabrik angesehen hat, der weiß aber auch dass dort noch ein paar Maschinen rumstehen, die wirklich gute Motive abgeben. Aber das war es dann auch schon: Viel mehr gibt es dort leider nicht zu sehen.

Die Zwiebackfabrik, die zu den bekanntesten Lost Places gehört
Die Zwiebackfabrik, die zu den bekanntesten Lost Places gehört

Trotzdem zählt die Zwiebackfabrik als einer der bekanntesten Lost Places überhaupt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Adresse recht bekannt ist, über diese Location auch schon mehrfach im Internet und Medien berichtet wurde und es schon öfters zu Vandalismus gekommen ist. Graffiti braucht man hier gar nicht suchen, denn so gut wie jeder freie Fleck ist eingesprüht worden, was wirklich schade ist.

Die bekannte Villa Fühlingen

Rätselhafte Selbstmorde, blutiges Gemetzel und sogar ein Richter der sich selber erhängt haben soll – dass alles findet man, wenn man nach der Villa Fühlingen sucht. Es gibt viele Geschichten um dieses Haus, am bekanntesten ist aber scheinbar die Geschichte, dass sich ein NS-Richter, der nach dem Krieg im Amtsgerichtsrat tätig war, erhängt haben soll. Und dann auch noch in einer Silvesternacht. Aber es sollen auch schon Geister gesehen worden sein – vom Richter selber! Noch immer soll er da sein Unwesen treiben! Was für gruselige Geschichten, oder? Und genau deshalb zählt dieser Lost Place auch zu den bekanntesten in ganz Deutschland.

In vielen Zeitungen wird die Villa Fühlingen auch als Geisterhaus bezeichnet. Welche Geschichten denn davon wahr sind, kann ich leider nicht nachvollziehen. Aber irgendwo muss es ja dokumentiert sein. Irgendwer muss ja wissen was dort wirklich passiert ist. Und ob dort wirklich paranormale Aktivitäten zugange sind. Ich für meinen Teil glaube nicht auf anhieb jede Geschichte und finde es schade dass die Villa Fühlingen, die ich leider auch noch nicht besucht habe, einen solchen Ruf hat. Denn dadurch wurde sie fast komplett zerstört.

Wie dem auch immer sei: Die Villa Fühlingen in Köln ist eines der bekanntesten Lost Places. Und mit einer kleinen Recherche kann man nicht nur viele Fotos dazu finden, sondern leider auch die Adresse.

Die verlassene JVA in Düsseldorf

Ich war auch schon dort und als ich dort war, habe ich mehr Urbexer getroffen als mir lieb war: Viele Menschen sind dort täglich unterwegs gewesen, haben Fotos geschossen. Teilweise sogar recht professionelle Shootings mit einer Ausrüstung, wo ich mich heute noch Frage wie sie die da rein bekommen haben. Die JVA Düsseldorf ist eines der bekanntesten Lost Places, vielleicht auch, weil es sich um ein verlassenes Gefängnis handelt. Und wann hat man schon die Möglichkeit, ein Gefängnis so von innen zu sehen und so zu bestaunen? Wann kann man sich so frei in einem Knast bewegen? Genau: Gar nicht.

Einer meiner ersten Lost Places: Die verlassene JVA
Einer meiner ersten Lost Places: Die verlassene JVA

Aufgrund von Bränden und Vandalismus hat es auch diese Location oft in die Medien geschafft. Leider. Und das sieht man auch im inneren der verlassenen JVA in Düsseldorf: Graffitis so weit das Auge reicht. Eingeschlagene Scheiben, kaputte Mauern. Und das alles praktisch ohne Ende. Schade für diese Location, die wirklich faszinierend ist, da man selten ein Gefängnis sehen kann. Ich kann dafür aber schon behaupten dass ich vor Ort war – und die Zeit dort auch trotz vieler anderer Urbexer genießen konnte und die Location wirklich interessant fand.

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2 Kommentare
  1. Thiemo Ehlert schreibt:

    Du beschreibst, dass viele bekannt Lost Places durch Vandalismus zerstört werden. Leider trägst du mit dazu bei. Teilweise gibst du die Orte an. Auch wenn du sicher nicht unrecht hast das diese Orte bekannt sind unterstüzt du damit auch die Leute die es zerstören Wollen. Ich will dich wirklich nicht angreifen sonder nur dazu anregen die Benennung deiner Orte zu bedenken. Das es schwärer wird diese zu finden.

    1. Christian schreibt:

      Hey Thiemo,

      ich kann dein Ärger bzw. Unmut verstehen, aber ich kann dir versichern dass ich die Locations schütze. Nur weil ich hier und dort eine Angabe über die Stadt mache, heißt dass nicht dass man automatisch die Adressen findet. Manchmal ist nämlich das Gegenteil der Fall, besonders in Großstädten 🙂 Unterstützen, dass Orte zerstört werden tue ich mit Sicherheit nicht – nur weil man einen Ort angibt…

      Viele Grüße,
      Christian

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