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6 Gründe, weshalb du eine Festbrennweite besitzen solltest

Zoom-Objektive sind mit Sicherheit was feines und für jeden Kamerahersteller gibt es auch schon eine große Auswahl. Und das nicht nur an Marken wie Sigma, Tamron, Sony, Canon oder Nikon, sondern auch an unterschiedlichen Brennweitenbereiche. Egal ob es nun hohe Brennweitenbereiche wie 18-200mm sind oder ob es deutlich geringere wie 10-20mm sind: Es gibt hunderte von Zoom-Objektiven auf dem Markt. Es gibt aber auch noch die Festbrennweiten, von denen ich auch zwei Stück als mein eigen nennen darf – und mir extrem viel Spaß machen! Ich möchte dir 6 Gründe nennen, weshalb du mindestens eine Festbrennweite in deiner Foto-Ausrüstung haben solltest!

Bei den meisten Kamera-Kits, die ja besonders von Anfängern sehr gerne gekauft werden, sind schon Objektive enthalten. Meistens handelt es sich um Zoom-Objektive, die dir erlauben direkt loszulegen – mit verschiedenen Brennweiten. Ist ja auch praktisch: Ein Objektiv und ein großer Brennweitenbereich. Wirklich praktisch sowas! Aber: Ich habe auch zwei Festbrennweiten-Objektive in meiner Ausrüstung, die ich auch in aller Regel immer im Rucksack habe und mir gerne auf meine Kamera schraube. Es macht einfach unglaublich Spaß mit den Festbrennweiten zu fotografieren. Warum es so viel Spaß macht und weshalb du auch eine Festbrennweite in deiner Fotoausrüstung haben solltest, dafür nenne ich dir jetzt 6 Gründe.

1. Eine Festbrennweite ist oft deutlich lichtstärker

Der erste Grund ist, dass Objektive mit einer festen Brennweite, also ohne Zoom, oftmals deutlich lichtstärker sind. Das heißt, dass sich die Blende meistens noch weiter öffnen lässt als bei einem Zoom-Objektiv. Das gilt natürlich nicht für alle Zoom-Objektive, einfach weil es auch lichtstarke Zoom-Objektive gibt. Die sind aber in der Regel extrem teuer und können sich somit nicht von jedem geleistet werden. Besonders für Hobby-Fotografen stellt sich hier die Frage, ob ein solches Objektiv überhaupt gebraucht wird.

Eine Festbrennweite bietet dir enorme Lichtstärke und ein schönes Bokeh
Eine Festbrennweite bietet dir enorme Lichtstärke und ein schönes Bokeh

Meine Festbrennweiten sind beide von Sony und haben jeweils eine maximale Öffnung der Blende von F1.8. Das heißt: Die Blende ist schon extrem offen und lässt somit sehr viel Licht aufs Bild. Daraus resultieren aber auch andere Dinge: Auf der einen Seite ist der Schärfebereich sehr klein und du bekommst auf der anderen Seite ein tolles Bokeh hin. Heißt: Der Hintergrund und der Vordergrund werden extrem unscharf, was sich für Portraits sehr gut eignet. Aber auch eben für Detailaufnahmen, um etwas besonders hervorzuheben.

2. Festbrennweiten sind meistens klein und leicht

In fast 99% der Fälle habe ich meine beiden Festbrennweiten (Sony 50mm F1.8 und Sony 35mm F1.8) immer im Rucksack. Wenn ich sie dann nämlich mal brauche, hab ich sie dabei und ärgere mich nicht, sie zu Hause gelassen zu haben. Bei Festbrennweiten kann man sowas gut und gerne machen, einfach weil sie sowieso keinen riesigen Objektive sind. Besonders die beiden genannten sind wirklich handlich und nicht sonderlich groß. Beispiel: Die 50mm Festbrennweite von Sony ist laut Hersteller gerade mal rund 5 Zentimeter lang. Schön handlich, oder?

Außerdem sind Festbrennweiten im Vergleich zu Zoom-Objektiven deutlich leichter. In der Regel kann man sagen, wiegt ein Zoom-Objektiv ab 250 Gramm aufwärts. Je nach Brennweite, Hersteller, Lichtstärke und Co. kommt man sogar schnell auf 500-600 Gramm und mehr. Und jetzt wieder das Sony 50mm F1.8 Objektiv im Vergleich: Laut Hersteller 170 Gramm. Also kein Gewicht, was man sonderlich im Fotorucksack oder in der Fototasche bemerkt, oder?

Für mich also eine tolle Sache, vor allem weil man ein solches Objektiv wirklich nicht sonderlich auf dem Rücken merkt. Und auch zwei Objektive machen den Braten jetzt nicht fett. Und Platz nimmt es auch nicht wirklich viel im Rucksack weg.

Klein und leicht: Festbrennweiten wiegen wirklich kaum etwas
Klein und leicht: Festbrennweiten wiegen wirklich kaum etwas

3. Eine Festbrennweite hebt Details hervor – nicht nur für Portraits

Ich habe bisher meine beiden Sony Festbrennweiten für Portraits aber auch für viele andere Dinge benutzt. Bislang bin ich ja eigentlich nicht der Typ für Menschen gewesen, besonders nicht für Portraits, aber irgendwie hat es mir gefallen mit Menschen zu arbeiten. Aber eine Festbrennweite – auch wenn sie gerne als Portraits-Objektiv bezeichnet werden, eignen sich eben nicht nur für Menschen.

Ich habe zum Beispiel in Santorini meine beiden Festbrennweiten benutzt um gewisse Dinge hervorzuheben. Das klappt dank offener Blende und daraus resultierenden Bokeh wirklich sehr gut. Also: Nur weil in Verkaufstexten oder Überschriften steht, dass eine Festbrennweite ein Portrais-Objektiv ist, stimmt das noch lange nicht. Man kann viele schöne andere Dinge damit fotografieren – versprochen!

Eine Festbrennweite kann Dinge in den Vordergrund heben
Eine Festbrennweite kann Dinge in den Vordergrund heben

4. Du bewegst dich mehr und denkst mehr über das Bild selber nach

Ja, der „Nachteil“ einer Festbrennweite gegenüber eines Zoom-Objektivs ist schnell gefunden: Es fehlt der Zoom! Und somit fehlt auch die Möglichkeit, schnell und einfach den passenden Bildausschnitt zu finden und festzulegen. Ich kann dir aber sagen: Ein solch großer Nachteil ist das nicht! Seitdem ich öfters mal eine Festbrennweite auf meiner Sony-Kamera habe, muss ich mich selber bewegen und „zu Fuß zommen“. Brauche ich also weniger Bildausschnitt, muss ich mich auf das Motiv zu bewegen. Brauche ich mehr Bildausschnitt, muss ich mich weiter vom Motiv entfernen.

Im gleichen Atemzug macht man sich aber auch viel mehr Gedanken um das Bild und die Bildgestaltung, denn nicht immer ist es möglich näher an ein Motiv zu kommen – oder weiter weg. Das heißt, man denkt viel mehr über das Bild nach und auch, wie man es am besten gestaltet und die Umgebung einsetzt. Man bewusst irgendwie deutlich bewusster.

5. Festbrennweiten sind meistens ein wenig schärfer

Ja, es gibt mit Sicherheit auch scharfe Zoom-Objektive, das mag ich gar nicht sagen. Aber: In dem Preissegment, in dem wir uns bei Festbrennweiten bewegen (dazu dann später mehr!), findet man zwar gute Objektive, die aber meiner Meinung nach nicht wirklich an die Bildschärfe von Festbrennweiten-Objektiven rankommen. Das ist aber Baubedingt, denn bei einem Objektiv mit fester Brennweite muss der Hersteller nur eine Linse justieren. Bei einem Zoom-Objektiv sieht das schon anders aus – hier geht man in der Regel einen Kompromiss zwischen Schärfe und Brennweitenbereich ein.

Schärfe pur: Ein Vorteil von Festbrennweiten
Schärfe pur: Ein Vorteil von Festbrennweiten

6. Günstiger in der Anschaffung

Ich habe für meine beiden Festbrennweiten nicht mehr als 200 Euro (pro Stück!) ausgegeben. Das ist meiner Meinung nach ein sehr fairer Preis. Gerade die 50mm Sony-Festbrennweite lag mit einem Preis von 149 Euro nicht wirklich oben. Objektive sind nunmal teuer, aber: Festbrennweiten sind oftmals ein wenig günstiger. Das liegt einfach auch an der „einfachen“ Konstruktion gegenüber den Zoom-Objektiven mit vergleichbaren Werten (Lichtstärke und Schärfe).

Ja, mit Sicherheit kann man für Objektiven ohne Zoom auch ein kleines Vermögen auf den Tisch legen (oder über den virtuellen Ladentisch werfen), aber gerade die Einsteiger-Festbrennweiten sind schon für einen schmalen Taler zu bekommen. Und die sind meistens gar nicht mal so schlecht, mich haben sie bisher wirklich überzeugt. Gerade für Anfänger und Hobby-Fotografen sind die Festbrennweiten im unteren Preissegment schon sehr zu empfehlen. Noch günstiger wird es, wenn man sich Objektive gebraucht kauft.

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Über Christian

Begeistert von Lost Places, Fotografie und Videografie – alles miteinander zu verbinden ist mein großes Hobby! Mit Lost-Place.org betreibe ich einen Blog rund um Lost Places, wo ich aber nicht nur meine Fotos und Videos veröffentlichen möchte, sondern auch gerne Tipps zu Lost Places gebe.

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