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Das wichtigste Fotografie-Zubehör für Lost Place-Fotografen

Die Fotografie ist ein extrem umfangreiches Thema, bei dem es nicht nur um Know-How in Sachen Bildgestaltung geht, sondern auch ums technische. Besonders wenn man nicht mehr mit Komptaktkameras fotografiert, sondern mit einer DSLR oder SLT, muss man umso mehr wissen. Und man hat auch umso mehr Zubehör für sein Hobby. Doch welches Zubehör ist eigentlich für Lost Place-Fotografen zu empfehlen? In diesem Artikel möchte ich ein wenig auf die Fotoausrüstung eines Urbexers eingehen und was ich als wichtig empfinde.

Ich fotografiere jetzt schon länger verlassene Orte und beschäftige mich auch so mit der Fotografie. Dass ich einiges an Zubehör habe, ist dabei vollkommen normal, denn man erweitert sich ständig und möchte sich auch ständig verbessern. Was zur Folge hat, dass man nicht selten neues Equipment kauft. Ich kann dir aber direkt sagen: Es ist kein Kamera-Body den man sich ständig neu kauft, sondern eher sind es Objektive, Stative, Filter und so weiter. Also alles drum herum. Denn der Kamera-Body selber wird vielleicht alle paar Jahre ausgetauscht.

Häufig werde ich gefragt, was sich denn so alles in meinem Rucksack befindet, was ich mit auf Fototouren mitnehme und was ich in verlassenen Orte mit mir rumschleppe. Auf diese Frage möchte ich jetzt eine Antwort geben, weil es doch mehr Leute interessiert als ich gedacht habe. Für mich ist die Fotoausrüstung das A und O! Schließlich schieße ich damit meine Fotos, die mich zufrieden stellen müssen. Doch was habe ich eigentlich immer dabei und was empfehle ich euch als Urbex-Fotografen?

Ein Weitwinkel-Objektiv

Ich habe mir das Sigma 10-20mm F3.5 letztes Jahr angeschafft und bin damit zufrieden. Mittlerweile schaue ich zwar hier und dort, was es noch für andere schöne Weitwinkel-Objektive gibt, die eine sehr geringe Brennweite (am liebsten Vergleichbar!) auf dem Markt gibt, aber eigentlich bin ich soweit zu frieden, dass ich es gar nicht unbedingt austauschen muss. Und ein extrem teures Objektiv mit speziellen Vergütungen oder mehr Lichtstärke (also einer weiter geöffneten Blende) brauche ich nicht. Soweit bin ich noch lange nicht.

Doch warum habe ich ein Weitwinkel-Objektiv auf meiner Kamera und wieso empfehle ich es dir als Urbex-Fotografen? Ganz einfach: Weil du dich innerhalb von Gebäuden befindest und hier ein Teleobjektiv mit einer längeren Brennweite nichts bringt. Die willst in Gebäuden ja möglichst viel von den Räumen aufs Bild bekommen, wenn du nicht gerade Detail-Fotos schießt. Dafür ist eine geringe Brennweite nötig, die ein Weitwinkel-Objektiv nunmal hat. Je geringer die Brennweite, desto mehr bekommst du in der Totalen auch aufs Bild. Eine klare Empfehlung, wenn du Lost Places fotografierst!

Ein Weitwinkel-Objektiv wie das Sigma 10-20mm gehört in Lost Places dazu
Ein Weitwinkel-Objektiv wie das Sigma 10-20mm gehört in Lost Places dazu

Eine Festbrennweite mit einer längeren Brennweite

Ich stehe ja total auf Detailaufnahmen in verlassenen Gebäuden oder verlassenen Fabriken, weshalb ich auch immer mindestens eine Festbrennweite in meinem Kamerarucksack habe. Doch wieso eigentlich eine Festbrennweite? Ganz einfach: Mit einer Festbrennweite genießt du den Vorteil, dass sie dir eine extrem offene Blende anbietet. Mein Sony 50mm F1.8 kommt mit einer Blende von F1.8 daher und lässt somit viel Licht auf den Sensor. Daraus resultiert aber auch, dass ich ein schön weiches Bokeh im Hintergrund und im Vordergrund bekomme und Objekte schön in Szene setzen und vom Hintergrund absetzen kann. Ich hebe es also deutlich hervor. Für mich ein Must-Have wenn man auf Fototour geht!

Auch eine Festbrennweite gehört in die Fotoausrüstung eines Urbexers
Auch eine Festbrennweite gehört in die Fotoausrüstung eines Urbexers

Ein leichtes Stativ – Meine Empfehlung: Das Manfrotto BeFree

Da ich in verlassenen Orten, wenn ich auf Tour bin, mehrere Stunden verbringen kann, was durchaus passiert ist, empfiehlt sich an dieser Stelle ein sehr leichtes Stativ. Nachdem ich das AmazonBasics Stativ genutzt hatte, habe ich mich vor ein paar Monaten für das Manfrotto BeFree entschieden, welches mich nun ständig begleitet. Und dabei nicht nur in verlassenen Orten, sondern auch wenn ich Städtetouren wie nach Hamburg oder Barcelona mache. Es ist nur 1,4 Kilo schwer und lässt sich so bequem tragen – entweder auf dem Kamerarucksack oder in der Hand. Für mich war es wichtig dass ich mir ein Markenstativ kaufe, einfach weil ich viel zu viel schlechte Erfahrungen mit Billig-Stativen gemacht habe, die nicht viel aushalten, recht schnell kaputt gehen oder einfach schnell Instabil werden.

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Ohne Stativ geh ich erst gar nicht aus dem Haus. Und dass solltest du auch nicht. In verlassenen Gebäuden (und auch in verlassenen Fabriken, etc.) kann es manchmal recht dunkel werden, die Lichtverhältnisse sind sehr schwierig. Dass du hier auf Langzeitbelichtungen zurückgreifen musst, ist die logische Konsequenz. Und das geht eben nur, wenn du ein Stativ dabei hast, weil dein Bild ansonsten total verwackelt und unscharf wird. Du könntest zwar den ISO-Wert höher einstellen, musst dich dann aber mit rauschenden Bildern abfinden. Dann doch lieber ein Stativ dabei haben und scharfe Bilder ohne Rauschen aufnehmen!

Für mich ein ideales Stativ: Das leichte Manfrotto BeFree
Für mich ein ideales Stativ: Das leichte Manfrotto BeFree

Fernauslöser für Mehrfachbelichtungen

Immer im Rucksack mit dabei ist mein Fernauslöser. Den schraube ich meistens auch schon direkt am Anfang auf die Kamera und schalte ihn ein. Benutzen muss man ihn ja nicht, aber wenn man ihn dann braucht, hat man schon alles griffbereit und muss nicht erst „umbauen“. Ich finde den Fernauslöser wichtig, weil ich mit meiner Sony SLT-A58 keine Möglichkeit habe, Mehrfachbelichtungen automatisiert in einer Reihe zu schießen. Heißt: Um verschiedene Belichtungen aufzunehmen, muss ich im entsprechenden Modus den Auslöser gedrückt halten. Das kann dann aber zu minimalen Bewegungen führen, was wiederum zu minimal abweichenden Fotos führt. Und genau das möchte ich nicht.

Also nutze ich den Fernauslöser um den Auslöser gedrückt zu halten und gehe somit kein Risiko ein, dass ich abweichende Fotos während einer Belichtungsreihe schieße. Außerdem habe ich mit dem Fernauslöser die Möglichkeit, Fotos von mir selber zu schießen. Mache ich zwar nicht wirklich häufig, kommt aber vor. Ein weiterer Vorteil: Für Belichtungen die länger als 30 Sekunden nehmen hat mein Fernauslöser einen BULB-Timer an Board. Einmal geklickt, nimmt die Kamera solange das Bild auf, bis ich den Auslöser erneut betätige.

Zusatzakkus für die Kamera und Zubehör

Auf Lost Place Touren ist Strom oft Mangelware, denn verlassene Gebäude bieten dir keine Möglichkeit, dein Equipment aufzuladen. Bislang bin ich noch nie an den Punkt gekommen, an dem mein Kamera-Akku meiner Sony SLT leer gegangen ist, dennoch kann es immer der Fall sein. Vor jeder Tour lade ich es auf, damit ich einfach genug Strom unterwegs habe. Aber ich habe auch immer ein zusätzliches, voll aufgeladenes Akku für meine Kamera dabei, einfach für den Notfall. Manchmal ist man eben stundenlang unterwegs, vielleicht sogar den ganzen Tag (und im Sommer sind die Tage nunmal länger), da kann der Akku schnell an seine Grenzen kommen. Bevor ich dann eine Tour abbreche, habe ich doch lieber ein zusätzliches Akku dabei.

Das zählt übrigens für alle elektronischen Geräte die ihr dabei habt. So auch für den Fernauslöser, Blitz und Co. Ich habe immer zusätzliche Akkus im Gepäck. Die wiegen nicht viel, nehmen nur in einem kleinen Fach ein wenig Platz weg und stören niemanden. Es schadet also nicht, immer Ersatzakkus dabei zu haben. Für mein Smartphone habe ich übrigens immer eine Powerbank dabei – denn auch das Handy sollte für den Notfall aufgeladen sein.

Ein Lenspen um die Objektive im Notfall reinigen zu können

In verlassenen Orten ist es oft staubig und dreckig. Dass die Kamera dabei den ein oder anderen Fleck abbekommt, ist normal und für mich kein großes Problem. Ein größeres Problem ist es allerdings für mich, wenn die Linse meines Objektivs einen Fleck hat und ich fleckige Fotos schieße. Aus diesem Grund habe ich immer einen Lenspen (der Hama Lenspen reicht völlig aus!) mit dabei, um im Notfall das Glas des Objektivs reinigen zu können.

Ich empfehle jedem, sich einen solchen Lenspen zuzulegen. Für einen Preis zwischen 5-10 Euro (der Preis schwankt gerne mal, außerdem gibt es verschiedene Lenspens) macht man nichts verkehrt und bekommt die Sicherheit, unterwegs schnell das Objektiv reinigen zu können. Für mich ein absolutes Muss und ich kontrolliere immer, ob der Lenspen auch wirklich im Rucksack liegt.

Speicherkarten – irgendwo müssen die Fotos ja hin!

Ich bin ein absoluter Freund von Datensicherheit, weshalb ich auch bei jeder Foto-Tour mehr als nur eine Speicherkarte dabei habe. Allerdings muss ich auch gleich dazu sagen: Ich wechsle die Speicherkarte nicht während einer Location aus, sondern erst wenn ich die Location wechsle. Es kommt ab und zu mal vor, dass wir eine Tagestour machen und uns gleich mehrere verlassene Orte anschauen. Besonders wenn man nach Belgien fährt oder in andere Orte, die ein wenig weiter weg sind.

Damit mir keine Daten verloren gehen (mir ist auf Tour bislang noch nie eine Speicherkarte kaputt gegangen) und sich beruhigter bin, gibt es dann in der zweiten Location auch die zweite Speicherkarte. Man weiß ja nie. Und trotzdem habe ich noch eine oder zwei in Reserve dabei, es kann ja immer mal was passieren – dass die Speicherkarte defekt ist, nicht erkannt wird, oder, oder, oder. Da Speicherkarten nicht die Welt kosten, habe ich auch einige hier bei mir, einfach als Reserve und zur Sicherheit. Man braucht sie ja schließlich nicht nur für die Kamera.

Speicherkarten: Ein Muss in jeder Ausrüstung
Speicherkarten: Ein Muss in jeder Ausrüstung

Filter: Pol-Filter und Graufilter

Ja, ich habe eben gesagt, dass es in verlassenen Orten oft schwierige Lichtsituationen gibt. Es gibt aber auch verlassene Orte, in denen die Lichtsituationen deutlich besser sind oder man kommt sogar an den Punkt, an dem man sich sagt: Fotografiere ich die Location doch einfach von außen. Wenn man dann den Himmel ein wenig dramatischer gestalten will, ist ein Graufilter schon vom Vorteil, weil du damit auch deutlich länger belichten kannst.

Auch ein Pol-Filter sollte in jeder Tasche sein. Er hebt oft die Farben etwas hervor und sorgt bei spiegelnden Oberflächen, dass sie nicht mehr so extrem spiegeln. Wasser ist ein gutes Beispiel, welches auch oft für die Pol-Filter herhalten muss. Mit einem Pol-Filter kann man Spiegelungen von der Wasseroberfläche „entfernen“ und das Wasser selber auch weicher wirken lassen (zum Beispiel bei einer Langzeitbelichtung). Ich habe immer welche im Rucksack, auch wenn sie nicht häufig zum Einsatz kommen – zumindest in Lost Places.

Ein ordentlich gepolsterter  Kamerarucksack

Zu guter letzt empfehle ich noch einen ordentlich gepolsterten Kamerarucksack, in dem sich dein Equipment bequem transportieren lässt. Ich finde einen Kamerarucksack deutlich entspannter und bequemer als eine Kameratasche, aber dass muss letztendlich ja jeder für sich selber entscheiden. Für mich war es wichtig, dass der Rucksack nicht zu groß ist, denn dann besteht die Gefahr, dass ich auch viel zu viel mitschleppe. Ich besitze zwar auch einen deutlich größeren Kamerarucksack, der ist aber eher für Städtetrips gedacht. Dann nehme ich auch meistens deutlich mehr mit.

Lowepro Flipside 300 - Für mich der beste Begleiter auf Fototouren
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Für mich war es außerdem bei der Auswahl des richtigen Kamerarucksacks wichtig, dass ich mein Stativ an ihm befestigen kann, damit ich es nicht immer in der Hand tragen muss. Wenn man zu einer Location geht, habe ich so beide Hände frei und kann mich im Notfall auch mal festhalten. Man weiß ja nie was einem vor Ort erwartet. Außerdem war eine Polsterung der Ausrüstung extrem wichtig und eine gute Verarbeitung. Da ich mich in verlassenen Orten auffalte, eckt der Rucksack auch gerne mal an. Und ich lege ihn auf den Boden um das Equipment zu tauschen (Objektivwechsel). Da sollten die Nähte schon gut verarbeitet sein, damit sie nicht beim Bodenkontakt aufreissen. Das waren einige Punkte, die ich beim Kauf beachtet habe. Empfehlen kann ich hier übrigens den Lowepro Flipside 300. Er ist nicht groß und bietet die ideale Größe für verlassene Orte. Eine klare Empfehlung also an dieser Stelle von mir!

Über Christian

Begeistert von Lost Places, Fotografie und Videografie - alles miteinander zu verbinden ist mein großes Hobby! Mit Lost-Place.org betreibe ich einen Blog rund um Lost Places, wo ich aber nicht nur meine Fotos und Videos veröffentlichen möchte, sondern auch gerne Tipps zu Lost Places gebe.

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2 Kommentare

  1. Hallöchen auch,
    das ja schon mal ein geiler Anfang, über das Equipment für Lost Place Fotos.
    Auch die beschriebene Artikelauswahl finde ich super, ich freue mich auf kommende Artikel.
    Fängt super an.
    Beste Grüße und bitte weiter so.
    Denny

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