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Kameratasche oder Kamerarucksack? Wer die Wahl hat, hat die Qual!

Der Kameratransport – eine wichtige Sache. Warum? Weil die Kameratasche oder der Kamerarucksack die Kamera und das Equipment schützt aber auch transportiert. Doch was sollte man eher nehmen? Eine Kameratasche oder doch lieber einen Kamerarucksack? Ich selber bin ja eher der Rucksack-Typ, finde es aber auch angenehmer zu tragen. Es gibt aber hier und da von beiden Seiten Pluspunkte und auch Minuspunkte.

Ihr standet mit Sicherheit auch schon vor der Frage: Soll ich mir einen Kamerarucksack kaufen oder doch eher eine Kameratasche? Ich sehe beides relativ gleich häufig, denn es gibt einmal die Rucksack-Träger (so wie ich) und es gibt die Taschen-Träger. Eine Tasche kann deutlich mehr Style haben, weil sie nicht immer unbedingt aussehen muss wie einer Kameratasche. Ein Rucksack aber muss dagegen auch nicht hässlich sein. Es gibt aber viel mehr Punkte als Style, die für mich die Entscheidung ausgemacht haben, einen Rucksack zu tragen.

Kompakt aber gut: Der Lowepro Flipside 300 Fotorucksack
Kompakt aber gut: Der Lowepro Flipside 300 Fotorucksack

Der Tragekomfort war für mich persönlich sehr wichtig

Wenn ich auf Tour bin, hab ich schonmal ein paar mehr Dinge dabei als ich überhaupt brache. Das passiert nunmal sehr schnell, gerade wenn man noch kein wirklich erfahrener Fotograf ist, der genau weiß was er mitzunehmen hat. Da kann es schnell schonmal vorkommen, dass man ein Objektiv mit rumschleppt, welches man gar nicht braucht. So nach dem Motto „Für alle Fälle“. Und genau hier ist das Manko einer Umhängetasche für Kameras: Sie sind vom Tragekomfort in meinen Augen nicht so gut. Denn eine Umhängetasche belastet die Schulter nur Einseitig. Dadurch geht man auch anders und es kann mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu kommen, dass man am Ende des Tages Rückenschmerzen hat.

Ein Rucksack dagegen belastet die Schultern gleich. Schließlich hat man hier zwei Träger und nicht nur einen. Zudem legt sich das Gewicht auch ein wenig auf den Rücken. Mit einem ordentlichen Rucksack sollte man keine Rückenschmerzen mehr bekommen – denn hier hat man verschiedene Möglichkeiten den Rucksack am Körper zu binden. Außerdem sind gute Kamerarucksäcke gut gepolstert, do wo auch Polsterungen sein sollten. Einfach um den Rücken zu schonen.

Allerdings kommt es auch drauf an, was man mit sich rumtragen möchte. Da ich den ganzen Tag unterwegs bin und nicht nur Fotos mache, sondern auch gerne Videos, habe ich auch entsprechendes Equipment dabei. Ich zähle mal auf, was ich gerne mit mir auf einer Tour herumtrage:

  • DSLR-Body
  • 2-3 Objektive
  • Stativ
  • Reinigungsstift
  • Speicherkarten + Etui
  • GoPro
  • GoPro Gimbal
  • Videoleuchte
  • Mini-Stativ für die Videoleuchte
  • Akkus (für Videoleuchte, GoPro, GoPro Gimbal)
  • Taschenlampe

Das war jetzt mal ein großer Überblick. Manchmal kommt es auch vor, dass ich die GoPro zu Hause lasse (so wie bei der Metallverarbeitungsfabrik). Dann habe ich natürlich auch den GoPro Gimbal und die zusätzlichen Akkus nicht dabei, ebenso wie die Videoleuchte und das Mini-Stativ. Fakt ist aber, ich habe schon ein Gewicht auf dem Rücken. Das würde ich nur ungern auf einer einzigen Schulter tragen. Wenn man jetzt deutlich weniger dabei hat, beispielsweise nur eine Kamera und ein kleines Wechselobjektiv, dann sieht die Welt schon anders aus.

Es kommt auch auf den Sinn und Zweck an

Ich zum Beispiel bin mehr in Lost Places unterwegs. Das hat einen Grund: Davon bin ich ein totaler Fan. Da ist es für mich sinnvoller einen Rucksack zu tragen, denn eine Tasche würde ein wenig störend an der Seite an mir hängen. Klettern, was ja nicht selten vorkommt, ist mit einem Rucksack einfacher wie ich finde. Aber Es ist eben auch so, dass ich in einer Location den größten Teil meiner Zeit den Rucksack auf den Rücken habe. Weil ich nicht so häufig das Objektiv wechsle zum Beispiel.

Es ist aber auch so, dass ich in einem verlassenem Gebäude viel mehr unterwegs bin. Man ist praktisch ständig in Bewegung – wenn man nicht gerade Fotos schießt. Vergleichen wir die Situation jetzt aber mal mit einem Model-Shooting, dann schießt man ja länger Fotos, als man überhaupt unterwegs ist. An ein und der selben Stelle schießt man mit einem Model deutlich mehr Fotos. Man befindet sich am gleichen Ort längere Zeit als es ein Urbexer tun würde. Ich finde zum Beispiel, dass eine Kameratasche hier mehr Sinn ergeben würde, weil man bei einem Model-Shooting schonmal häufiger das Objektiv wechselt. Da haben die Taschen dem Rucksack (die, die ich besitze) eins voraus: Sie klappen nicht automatisch zu. Meine Fotorucksäcke sind alle über den Rücken zu öffnen und klappen daher auch wieder zu. Eine Tasche ist, wenn man sie einmal geöffnet hat, offen und das bleibt auch so, bis man sie schließt.

Ich würde also den Urbexern unter euch eher einen Rucksack empfehlen als eine Tasche. Den Fotografen, die aber ein Shooting haben (sei es mit einem Model oder etwas anderes), den empfehle ich eine Kameratasche.

Groß und mit viel Platz: Der Lowepro Flipside 500 DSLR-Rucksack
Groß und mit viel Platz: Der Lowepro Flipside 500 DSLR-Rucksack

Sicherheit? Safety first!

Gehen wir noch einen Schritt weiter: Die Sicherheit. Das gilt natürlich nicht für alle. Warum? Weil ich jetzt von der Sicherheit spreche wenn man unterwegs ist, zum Beispiel in einer fremden Stadt oder ähnliches. Die Taschendiebe sind eben überall, aber in einem Lost Place nicht wirklich, deswegen wird dieser Aspekt für Urbexer weniger eine Rolle spielen. Aber: Eine Tasche hängt dir an der Seite – und kann meistens ziemlich schnell geöffnet werden. Was auch die Taschendiebe wissen, die innerhalb eines Augenblicks nicht nur eine unbemerkt eine Tasche öffnen, sondern sich auch schnell an der Kamera bedienen.

Ein Rucksack aber bietet die Möglichkeit – wenn man ihn entsprechend auswählt – sich nur über den Rücken öffnen zu lassen. Da kommt ein Taschendieb nicht so schnell an die Kamera und unbemerkt schonmal gar nicht. Wie will der Taschendieb denn auch den Rucksack von deinen Rücken entfernen und öffnen, ohne dass du etwas mitbekommst.

Klar: Es gibt mit Sicherheit auch Taschen, die sich abschließen lassen oder ähnliches – aber im Endeffekt zahlt man dafür meistens auch mehr Geld. Ich sehe hier klar den Vorteil bei den Kamerarucksäcken, bei denen die Öffnung über den Rücken schon weit verbreitet ist und immer häufiger angeboten wird. Fakt ist aber auch, dass man auch hier genau hinschauen muss wenn man sich einen neuen Rucksack kauft. Denn manchmal werben die Hersteller ja mit einem schnellen Zugriff über die Seite – wieder eine perfekte Einladung für Taschendiebe!

Das Innenleben meines Fotorucksacks
Das Innenleben meines Fotorucksacks

Jeder muss für sich selber entscheiden

Ich habe jetzt mal ein paar Punkte angesprochen, die vielleicht die Kaufentscheidung zwischen Kamerarucksack oder einer Kameratasche erleichtern können. Klar: Ein Rucksack ist bequemer zu tragen, bietet wenn er sich nur über den Rücken öffnen lässt auch eine gewisse Sicherheit für das teure Equipment, aber verhindert somit auch die schnelle Erreichbarkeit der Tasche. Ich seh das ganze immer mit verschiedenen Augen. Für mich ist es in erster Linie wichtig, dass ich einen bequemen Sitz habe, auch wenn ich länger unterwegs bin. In Locations hetze ich mich ja nicht ab, sondern genieße den Ort und nehme mir Zeit. Auf der anderen Seite überlege ich derzeit auch mir eine Kameratasche zu kaufen, weil ich ab und an mit Models unterwegs bin und Shootings habe. Und da fände ich eine kleine Kameratasche schon ein wenig angenehmer.

Jeder muss die Entscheidung für sich selber treffen, ich kann schließlich niemanden vorschreiben was er sich kaufen soll. Ich kann immer nur empfehlen und ein wenig aufklären. Ich finde aber gerade für Urbexer einen Kamerarucksack deutlich sinnvoller als eine Tasche. Schließlich ist man den ganzen Tag unterwegs und trägt das Dingen auf dem Rücken. Da will man Abends nicht mit Rückenschmerzen nach Hause kommen.

 

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Über Christian

Begeistert von Lost Places, Fotografie und Videografie – alles miteinander zu verbinden ist mein großes Hobby! Mit Lost-Place.org betreibe ich einen Blog rund um Lost Places, wo ich aber nicht nur meine Fotos und Videos veröffentlichen möchte, sondern auch gerne Tipps zu Lost Places gebe.

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