Was gehört in die Fotoausrüstung für Urbexer?

Es gibt viel Zubehör, aber alles braucht man nun wirklich nicht
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Dunkle Umgebungen, feuchte Ecken, Schmutz und Staub – so sieht ein typischer Lost Place aus. Urbexer haben meistens eine feste Fotoausrüstung dabei, auf die sie sich verlassen können und die genau auf Lost Places „abgestimmt“ ist. Denn: Wir Urbexer sehen manchmal Dinge, die man sonst eher seltener sieht. Wir müssen auf verschiedene Situationen eingestellt sein um „das perfekte Foto“ schießen zu können. Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Was gehört in die Fotoausrüstung eines Urbexers?

Da spalten sich die Meinungen, denn jeder hat eine andere. Was auf keinen Fall fehlen darf: Die Kamera. Klar: Ohne Kamera, keine Fotos. Aber was gehört noch in den Fotorucksack, der uns auf Lost Places begleitet? Was ist wichtig? Was sollte man nicht mitnehmen? Ich möchte in diesem kleinen Artikel auf die Frage eingehen, wie eine typische Fotoausrüstung eines Urbexers aussieht oder aussehen könnte. Wahrscheinlich gibt es Profi-Fotografen da draußen, die sogar noch ganz andere Dinge mitnehmen und darin ihren Vorteil sehen. Sollte das der Fall sein, darf man gerne die Kommentar-Funktion nutzen, um mich drauf hinzuweisen oder um die Fotoausrüstung eines Urbexers zu ergänzen!

Es gibt Sachen die in einer Fotosausrüstung nicht fehlen dürfen
Es gibt Sachen die in einer Fotosausrüstung nicht fehlen dürfen

Auf keinen Fall ohne Stativ losziehen!

Das Stativ ist für mich eines der wichtigsten Dinge und man sollte niemals ohne das Stativ in der Fotoausrüstung losziehen. Warum? In Lost Places herrscht nicht immer das beste Licht. Wir müssen also nicht selten die Belichtungszeit unseres Sensors höher Einstellen. Ohne Stativ wird das nichts – man bekommt zwar ein Bild, aber das wird verwackelt sein. Ich habe meine Kamera, wenn ich in Lost Places unterwegs bin, immer auf dem Stativ drauf und trage nur das Stativ mit mir rum. Weil es einfacher ist. Habe ich ein Motiv, stelle ich das Stativ auf und richte alles aus. Zumal es nicht selten vorkommt, dass ich Belichtungsreihen schieße um ein HDR-Bild daraus zu entwickeln.

Ich habe derzeit noch das Dreibeinstativ von AmazonBasics mit Kugelkopf und bin recht zufrieden damit. Vielleicht werde ich mir in Zukunft ein neues holen, ich hätte mal Bock auf ein Traveller-Stativ, die ja etwas kleiner sind. Einfach um noch näher vom Boden aus fotografieren zu können. Dieser Blickwinkel hätte mal was! Mal schauen, was mir da als nächstes in die Hände fällt, da gibt es ja eine riesige Auswahl von. Aber: Ein Stativ ist enorm wichtig für Urbexer und gehört in jede Fotoausrüstung!

Ein Weitwinkelobjektiv mit niedriger Brennweite

Lost Place-Fotos leben nicht nur von Detailaufnahmen, sondern auch von der Totalen. Manchmal sind Räume einfach riesig groß und man will sie komplett abbilden. Manchmal will man Decken ablichten, manchmal braucht man mehr Bildausschnitt. Deswegen empfehle ich jedem ein Weitwinkelobjektiv mitzunehmen. Ich finde, 18mm und weniger sollten schon immer dabei sein. Ein Objektiv mit 18 Millimeter ist ja auch schon ein Standard-Objektiv geworden und ist bei jedem Kit dabei. Das ist schon eine schöne Brennweite. Es geht aber noch besser: Objektive mit weniger Brennweite!

Ich habe zum Beispiel derzeit ein Auge auf Objektive geworfen, mit 10 oder 12 Millimeter Brennweite. Da bekommt man schon einen krassen Blinkwinkel. Und wäre perfekt für Lost Places. Manchmal braucht man einfach einen riesigen Blickwinkel, um Räume so darzustellen, wie sie wirklich waren. Das macht Fotografien von Lost Places aus – obwohl es auch sehr viele Detailaufnahmen gibt, die mit mehr Brennweite geschossen wurden. Ich finde aber, dass sollte in keiner Fotoausrüstung für Lost Places fehlen!

Ein zweiter Akku – Für den Notfall sorgen!

Ja ich weiß: Wenn man seine Kamera nur für Fotos nutzt, hält so ein Akku schon lange. Ich bin aber so einer, der seine Kamera in einem Lost Place ständig eingeschaltet lässt. Ich mag es nicht, ständig die Kamera einzuschalten und wieder auszuschalten. Darunter leidet natürlich auch der Akku einer Kamera. Finde ich aber nicht sonderlich schlimm, für mich ist meine Spiegelreflexkamera ein „Arbeitswerkzeug“, auch wenn ich traurig wäre, wenn die Kamera mal nicht mehr wäre.

Trotzdem sollte man immer einen zweiten Akku dabei haben. Stell dir mal vor, du bist Stundenlang in einem Lost Place unterwegs – und eigentlich ist man ja wirklich lange unterwegs. Da kann der Akku schonmal knapp werden. Oder wenn du dich dann noch entschließt, eine zweite Location zu besuchen. Da kann der Akku schonmal leer gehen. Dann sollte man einen zweiten Akku dabei haben, einfach um nicht die Tour abbrechen zu müssen, sondern direkt weitermachen zu können. Es ist ja auch so, dass der Akku irgendwann nicht mehr die volle Leistung hat und nicht so lange hält, wie er noch am Anfang gehalten hat.

Speicherkarten – oft unterschätzt!

Ich hasse Datenverluste. Deswegen habe ich auch tausende Backups meiner Fotos. Einfach weil ich traurig wäre, wenn meine Daten futsch wären. Und deswegen habe ich auch nicht nur eine Speicherkarte dabei, sondern gleich mehrere. Ich besitze Speicherkarten mit verschiedenen Speichergrößen. Sogar eine 64GB-Karte ist dabei. Ja, die werde ich an einem Tag nie voll bekommen. Es ist aber so, dass sie im Angebot war. Dann wird sie halt gekauft. Genau so habe ich aber auch Karten mit 16GB Speicherplatz. Ja, auch dass werde ich nie vollbekommen. Ich lösche nämlich nach jeder Tour meine Fotos von den Karten (sofern die Fotos in Sicherheit sind).

Wenn ich an einem Tag zwei Locations besuche, tausche ich die Speicherkarte. Das ist zwar dann zu Hause, bei der Übertragung auf den Rechner, etwas nervig, aber was soll es. Ich hab halt einfach zu viel Angst davor, dass die Speicherkarte kaputt geht und die Daten aus der ersten Location verloren sind. Dann lieber auf Nummer sicher gehen. Auch wenn der Fall bei mir noch nicht eingetroffen ist und eher etwas seltenes ist: Vorsicht ist besser als Nachsicht! Deswegen gehören mehrere Speicherkarten in die Fotoausrüstung eines Urbexers!

Speicherkarten: Hier liegt eine große, ich hab aber auch kleinere
Speicherkarten: Hier liegt eine große, ich hab aber auch kleinere

Taschenlampe: Sicherheit und Lichtquelle

Eher weniger Fotoausrüstung, mehr dafür gesamte Ausrüstung für einen Lost Place: Die Taschenlampe. Wieso ich sage, dass es trotzdem zur Fotoausrüstung gehört? Ganz einfach: Es geht um die Lichtquelle. Manchmal spiele ich damit ein wenig rum, um besseres Licht zu bekommen oder um das Foto etwas „spannender“ wirken zu lassen. Das kommt aber wirklich selten vor. Aber es ist trotzdem für mich etwas, was in die Fotoausrüstung gehört.

Fernauslöser

Ich habe mir einen günstigen Fernauslöser für meine Sony SLT-A58 gekauft. Kabellos. Ich stecke den Empfänger auf den Blitzschuh und schließe ihn an die Kamera an. Auf der anderen Seite habe ich dann den Sender in meiner Hand. Ich benutze den Fernauslöser relativ häufig, weil es zu Situationen kommen kann, wo die Kamera leicht wackelt. Der Boden ist nicht perfekt oder das Stativ komplett ausgefahren. Dann wackelt die Kamera selbst wenn ich eine Auslöseverzögerung (auch als Selbstauslöser bekannt) von 2 Sekunden einstelle. Das möchte ich vermeiden indem ich die Kamera gar nicht mehr berühre und aus der ferne auslöse.

So ein Fernauslöser kostet nicht viel und sorgt dafür, dass deine Kamera nicht wackelt wenn du den Auslöser drückst. Eigentlich gibt es sowas für fast jede Kamera. Ich meine sogar für jede. Es muss ja nicht immer die Originalmarke sein, sondern kann auch Hama oder ein anderer Zubehör-Hersteller sein. Solange es funktioniert, erfüllt es seinen Zweck.

Reinigungsequipment für Kamera und Objektive

In Lost Places geht es dreckig zu. Manchmal ist es staubig. Manchmal matschig. Nicht nur du wirst dreckig, sondern auch deine Fotoausrüstung. Deswegen ist es wichtig, passendes Reinigungszubehör dabei zu haben. Damit meine ich kein Equipment zum reinigen des Sensors, der wird auf der Tour eher seltener Dreckig und sollte schon zu Hause sauber gemacht werden. Es geht eher darum, Dreck von der Linse wegzubekommen. Oder wenn man sein Objektiv wechselt, den Spiegel deiner Spiegelreflex schnell sauber zu machen, sollte Staub drauf gekommen sein. Oder auch das Display und den Sucher.

Dafür eignet sich ein Mikrofasertuch, welches man in jedem Foto-Shop oder auch bei Amazon für kleines Geld bekommt. Ihr glaubt gar nicht, wie oft mich schon ein solches Tuch gerettet hat. Oder für den Spiegel ein kleiner Blasebalg. Bekommt man auch in Shops oder bei Amazon für ein paar Euro. Teuer ist das wirklich nicht, aber ihr werdet sehen, dass sowas unbedingt mit in die Fotoausrüstung eines Urbexers gehört.

Was denkt ihr: Was darf nicht fehlen in einer „Urbex-Fotoausrüstung“?

Ich bin nicht der Profi-Fotograf, habe aber schon einiges an Erfahrung was Fotografie und Lost Places angeht. Aber vielleicht fehlen hier auch noch Dinge, die ich nicht beachtet habe, die ihr aber mit in eurer Fotoausrüstung habt, wenn es auf Lost Places geht. Schreibt mir einfach in die Kommentare, was noch in meiner Aufzählung fehlt und was ihr mit in eurer Fotoausrüstung habt! Ich würde mich sehr freuen!

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10 Kommentare
  1. Reinhold schreibt:

    Ein Schutzhelm kann beim Urbexen nicht schaden….

    1. Christian schreibt:

      Hey Reinhold,

      mit Sicherheit ja, aber gehört ja nicht zur Fotoausrüstung 😉

      Grüße,
      Christian

  2. Franziska schreibt:

    Hey ich hab die selbe Kamera leider hab ich bis jetzt noch keinen Fernauslöser gefunden. Da mir immer wieder angegeben wird das es für meine keinen gibt.
    Darf ich fragen was du für einen Fernauslöser hast?

    1. Christian schreibt:

      Hey Franziska,

      klar darfst du fragen, dafür gibt es ja die Kommentarfunktion 😉
      Ich habe den hier von „Pixel“: http://amzn.to/28Yn7bd
      Für 31 Euro finde ich ein gutes Teil: Kabellos, klein und leicht. Reicht für mich vollkommen aus und kann ich wärmsten empfehlen.

      Grüße,
      Christian

      1. Franziska schreibt:

        Vielen Dank 😀

  3. Roland schreibt:

    Zur Ausrüstung mache ich vieles genauso.
    Zur Not habe ich noch sogenanntes Tastwerkzeug für Schlösser öffnung dabei.
    Aber wie gesagt, nur, sollte eine Tür zufallen, zum unbeschädigten öffnen einer Tür.
    Ich muss aber hinzuzufügen, gewaltsame Öffnung geht gar nicht.
    Lock Pickin ist ein Hobby von mir.
    Nochmals, gewaltsames Eindringen gehört sich nicht für Urbexer.
    Danke für deine Tipps und genialen Bilder.

  4. Heinen Simone schreibt:

    Hallo Christian
    Ich bin heute durch Zufall auf deiner Seite gelandet….die gefällt mir. Aber wahrscheinlich hast du das schon xmal gelesen und gehört….
    Nein, ernsthaft….ich habe seit letztem Jahr eine Canon 70D und komme aus NRW und bin natürlich auf der Suche nach diesen sogenannten verlassenen Orten….nur leider als Frau kann ich keine alleine besuchen….auf IG habe ich schon ein paar Leute kennen gelernt, die ebenfalls LostPlaces suchen und finden. Mehr oder weniger bin ich auf der Suche nach Leuten die ab und an mal losziehen und denen ich mich ggf anschließen könnte….hört sich vielleicht komisch an, ist aber so….
    Vielleicht meldest du dich ja mal bei mir und ich dürfte dich / euch begleiten ☺️
    Wünsch dir einen schönen Tag
    Viele Grüße Simone

    1. Christian schreibt:

      Hey Simone,
      tatsächlich bekommen wir ständig anfragen ob wir nicht jemanden mitnehmen.
      Eigentlich spricht in der Regel nichts dagegen, leider sind wir immer recht spontan unterwegs und wissen meistens auch erst 2-3 Tage vorher bescheid.
      Außerdem sind wir oft in der Woche unterwegs, einfach um mehr Ruhe zu haben 😉

      Grüße
      Christian

  5. Holgst schreibt:

    Ich habe fast exakt das Zubehör dabei wie du. Kameratechnisch immer ein 17-50mm 2.8 und zusätzlich eine 35mm 1.8 FBW falls ich ein interessantes Motiv finde welches ich besonders in Szene setzen will. Außerdem noch neben einer Taschenlampe zusätzlich eine Kopflampe und ein Multitool.

    1. Christian schreibt:

      Hey,

      die 35mm Festbrennweite befindet sich auch immer in meinem Rucksack. Wiegt ja auch nichts und nimmt ja auch keinen Platz weg, kann aber manchmal echt nützlich sein.

      Grüße,
      Christian

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