Backup für Fotografen Teil 2: Amazon Cloud Drive ist nichts für mich

Wie sichere ich in Zukunft wohl meine Fotos?
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Es es nur ein paar Tage her, da ist der Teil 1 der Serie „Backup für Fotografen“ erschienen. Nun will ich auch schon direkt mit Artikel 2 weiter machen. Es handelt sich um einen kleinen Erfahrungsbericht zur Amazon Cloud Drive, welche für Prime-Mitglieder kostenlosen Foto-Speicherplatz in unendlicher Größe anbietet. Ich könnte als Millionen, Milliarden und noch viel mehr Fotos hochladen und würde nur meine Amazon-Prime Mitgliedschaft als Kosten haben. Trotzdem ist die Cloud-Drive nichts für mich.

Auf den ersten Blick hört es sich echt geil an: Kostenloser Speicherplatz in Hülle und Fülle. Mehr als man überhaupt braucht. Und selbst dann immer noch mehr. Denn Amazon bietet Prime-Mitgliedern kostenlosen Speicherplatz für Fotos an – und dass in unbegrenzter Form. Es wird also kein Limit gesetzt. Das ist ein erster Punkt der gut ist. Dann kommt noch dazu, dass man Amazon wohl vertrauen kann, schließlich handelt es sich hier um einen der größten Online-Shops, täglich hunderttausende von Kunden, eine riesige Infrastruktur. Dass man dieses Programm einfach so einstampft ist unwahrscheinlich.

Vorteil: Auch RAW-Dateien werden als Bilder anerkannt

Was ich ja sofort toll fand, ist dass auch meine in RAW gespeicherten Fotos als Bilder erkannt wurden und nicht auf den herkömmlichen Speicherplatz der Amazon Cloud Drive angerechnet wurden. Davon hat man schließlich nur 5 Gigabyte wenn man nicht mehr bezahlen möchte. Aber wenn man nur Fotos hochladen möchte, eignet sich das perfekt. Aber: Zwar erkennt das System die Dateien als Bild-Dateien, kann sie aber nicht wiedergeben. Ich speichere meine Bilder in RAW, Sony nutzt die Endung „ARW“ (jeder Hersteller hat sein eigenes RAW-Format!) – und trotzdem kann Amazon die Dateien nicht wiedergeben. Scheinbar funktioniert dass nur mit ausgewählten RAW-Formaten aus ausgewählten Kameras. Das finde ich enorm schade, schließlich ist meine Sony Alpha 58 keine Kamera die neu auf dem Markt ist, sondern schon länger. Wenn Amazon sich hier wirklich als Fotografen-Cloud eignen möchte, finde ich sollte man ständig die Kompatibilität überprüfen und sicherstellen.

Der Upload funktionierte Reibungslos zur Amazon Cloud Drive
Der Upload funktionierte Reibungslos zur Amazon Cloud Drive

Ich kann mir die Bilder innerhalb meiner Cloud also nicht anschauen. Aber ist das schlimm? In meinen Augen ja. Warum? Stell dir vor, ich habe aus versehen 10 Fotos gelöscht. Ich weiß zwar in welchem Ordner sie waren, aber sie zu finden wäre schwer. Ich kann mir die Bilder nicht vorher anschauen, sondern muss auf die Dateinamen achten. Das finde ich schwer, weil ich eher ein visueller Typ bin und mir die Bilder besser merken kann, statt Dateinamen zu vergleichen.

An sich ist Amazon Cloud Drive eine nette Idee, vor allem weil ich unbegrenzten Speicherplatz für meine Fotos habe. Aber: Dass ich mir die Bilder nicht anschauen kann finde ich irgendwie schade. Gibt einen negativen Beigeschmack bei einem solchen Angebot. Ein Grund für mich, die Amazon Cloud nur als Backup vom Backup zu nutzen und eben nur als Speicherort, von wo ich die Daten wenn ich mal alles benötige, runterlade und auf meinem Rechner speichere.

Wie geht es nun weiter?

Nun muss ich mir also etwas neues überlegen, wie ich meine Dateien sichere. Ein RAID-System mit einer oder mehreren Festplatten die sich automatisch spiegeln? Aber dass würde mir meiner Meinung nach auch nicht wirklich helfen, wenn ich mal ein Bild lösche. Denn durch das automatische Spiegeln wird auch die Kopie gelöscht. Ich müsste also eine weitere Cloud finden, die sich der Amazon Cloud ähnelt, auch viel Speicherplatz anbietet und entsprechend preislich liegt. Gäbe es eine ideale Lösung, wäre ich ja auch bereit den ein oder anderen Euro mehr auszugeben, schließlich zahle ich für die Sicherung meiner emotionalen Wertbehafteten Bilder. Und da würde als Anbieter noch Crashplan in Frage kommen, die im Internet sehr gute Bewertungen erhalten haben, auch unbegrenzten Speicher anbieten und diverse andere Features anbieten – ich schau mal, was die Zukunft noch so bringt.

Wie sichere ich in Zukunft wohl meine Fotos?
Wie sichere ich in Zukunft wohl meine Fotos?

Wie würde es denn mit einer zweiten Festplatte aussehen, auf die ich manuell meine Daten spiegele, danach vom Laptop trenne und in den Schrank lege? Im Endeffekt wäre dass auch noch eine Möglichkeit, um im Notfall etwas zu haben. Dadurch, dass Ordnerstrukturen schon angelegt sind, wäre dass eine reine Copy&Paste-Geschichte. Allerdings hätte ich eine Festplatte im Schrank liegen, die ich so nicht bräuchte und einfach so herumliegt, bis es mal zum Notfall kommt. Und bei meinem Glück ist es dann so, dass diese Festplatte dann im Notfall auch nicht mehr Funktioniert – aus irgendwelchen Gründen. Altersbedingt oder so.

Fazit

Amazon Cloud-Drive ist in erster Linie eine geniale Sache, allerdings sieht man mit dem zweiten Auge besser. Es stört mich irgendwie, dass es sich hier wirklich nur um ein reines Backup handelt und ich die Bilder nicht einsehen kann – zumindest die RAW-Dateien nicht, denn die JPEG-Dateien lassen sich ja ungestört und problemlos anschauen. Jetzt heißt es also: Weiter überlegen und planen, wie ich in Zukunft meine Bilder sichern möchte, wenn ich nicht unbedingt ein reines Backup wie bei der Amazon-Cloud haben möchte. Obwohl, so schlecht ist es jetzt auch nicht, einen Ort zu haben, wo die Bilder einfach nur in Sicherheit liegen und ich im Notfall alle Bilder runterladen kann. Je nach Umfang meiner Bilder-Sammlung ist das natürlich schon ein ordentliches Pfund was ich da runterlade, aber dann habe ich alle Bilder wieder problemlos hergestellt.

Weitere Teile der Serie „Backup für Fotografen“:

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2 Kommentare
  1. Michael schreibt:

    hallo, gerne eine frage meinerseits:
    fotografierst du nur mit raw? mir ist das wurscht ob amazon mir meine sony raws anzeigt oder nicht – denn ich fotografiere ausschlieslich mit jpg+raw. die lege ich am pc in 2 unterschiedliche ordner (automatisch mit batchfile) und fertig ist die sache. amazon cloud ist DIE cloud schlechthin – denn wie du bereits festgestellt hast ist die unbegrenzt. verwalten mit katalogen auf dem pc mach ich ohnehin mit lightroom, amazon cloud für sicherung und wenn man mal freunden oder familie ein album zur verfügung stellen möchte. meinen bekannten empfehle ich für eine fotosicherung stets amazon, denn die meisten haben eh eine prime mitgliedschaft – dann kann man das ganze auch getrost ohne extra kosten nutzen. UNBEGRENZT !

    1. Christian schreibt:

      Jep, ich fotografiere ausschließlich in RAW 🙂

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