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Die Blende einfach erklärt & welche Auswirkungen sie hat

Die Blende eines Objektivs ist in der Fotografie eines der Grundelemente. Die Blende gehört einfach dazu und wer sich mit der Fotografie beschäftigt oder fotografieren lernen möchte, der muss sich auch mit der Blende beschäftigen. Denn: Die Blende hat nicht nur einen Einfluss auf unser Lichtverhältnis, sondern auch auf die Bildgestaltung selber. In diesem Artikel möchte ich auf die Blende eingehen und dir erklären wofür sie gut ist, was die Auswirkungen sind und was du sonst noch alles wissen musst.

Die Blende ist ein Bestandteil eines Objektivs und hat nichts mit dem Kamerabody selber zu tun. Wenn man sich ein Objektiv kauft, findet man auf diesem auch die Beschreibung, welches die größte Blende ist, die man einstellen kann, also wie weit man die Blende selber öffnen kann. Die Blende eines Objektivs besteht aus verschiedenen Lamellen und kann über die Kamerasteuerung oder über das Objektiv geöffnet und geschlossen werden. Je weiter man die Blende öffnet, desto mehr Licht kann auf den Sensor der Kamera einfallen – und desto heller wird das Bild. Schließe ich die blende, wird die Öffnung kleiner und es kommt weniger Licht auf das Bild – und das Bild wird dunkler.

Merke: Je kleiner der Wert der Blende, desto mehr ist sie geöffnet und desto mehr Licht kommt auf den Sensor. Je größer der Wert der Blende, desto mehr ist sie geschlossen und desto weniger Licht kommt auf den Sensor.

Beispiel: Blendenöffnungen mit Blendenwerten
Beispiel: Blendenöffnungen mit Blendenwerten

Die Tiefenschärfe

Die Blende eines Objektivs hat direkten Einfluss auf unsere Bildgestaltung, denn je mehr ich die Blende öffne, desto weniger Tiefenschärfe bekomme ich. Sprich: Fotografiere ich mit einer sehr offenen Blende (als Beispiel nehmen wir einfach mal F1.8), ist der Hintergrund meines Bildes unschärfer als wenn ich mit einer geschlossenen Blende (nehmen wir als Beispiel F8) fotografiere. Mit einer geöffneten Blende bekommt man also diesen typischen Blur-Effekt im Hintergrund hin, während das Motiv scharf abgelichtet und abgebildet wird. Aber nicht nur der Hintergrund wird unscharf, sondern auch der Vordergrund, denn der Schärfebereich, in dem das Motiv scharf abgebildet wird, ist nur ein sehr kleiner.

Beispiel: Fotografiert mit offener Blende (F1.8). Das Ergebnis ist geringe Tiefenschärfe
Beispiel: Fotografiert mit offener Blende (F1.8). Das Ergebnis ist geringe Tiefenschärfe

Welche Blende du verwendest, hängt aber von verschiedenen Faktoren ab: Zum Beispiel, was du fotografierst. Oftmals werden für Portraits eine geöffnete Blende genommen, um das Augenmerk auf das Motiv bzw. das Model zu legen. Architektur-Aufnahmen werden meistens mit einer geschlosseneren Blende fotografiert, um den gesamten Bildausschnitt scharf zu gestalten. An meinen Fotos sieht man sehr gut, dass ich oft versuche den gesamten Bildausschnitt scharf zu stellen – da ich beim fotografieren von Lost Places am liebsten alles mit auf dem Bild haben möchte. Hier und dort setze ich aber auch ein Objektiv ein, welches mir erlaubt die Blende recht weit zu öffnen. Einfach weil ich den Blur-Effekt des Bokehs so liebe und auch Detailaufnahmen wichtig finde. Und da wären wir schon bei einem weiteren Beispiel: Oft werden Detail-Aufnahmen mit einer geöffneten Blende fotografiert – um den Fokus auf das Detail selber zu legen.

Die Belichtung

Die Blende hat nicht nur Auswirkungen auf die Tiefenschärfe, sondern auch auf die Belichtungszeit. Wie ich Anfangs schon erwähnt habe, lässt eine geöffnete Blende viel mehr Licht auf den Sensor einfallen – somit wird das Bild heller und wir brauchen eine kürzere Belichtungszeit. Je weiter du die Blende schließt, desto weniger Licht fällt auf den Sensor und desto länger musst du das wenige vorhandene Licht auf den Sensor fallen lassen = größere Belichtungszeit. Du kannst aber auch den ISO-Wert (die Lichtempfindlichkeit deines Sensors) höher einstellen und die Belichtungszeit damit nach unten korrigieren.

Das hat aber auch Auswirkungen für dich, denn: Je kürzer du die Verschlusszeit (=Belichtungszeit) einer Kamera einstellen kannst, desto einfacher wird es für dich ohne Stativ zu fotografieren ohne das die Bilder verwackeln. Wieder ein Grund weshalb sich Objektive mit großen Blenden für die Portraitfotografie eignen: Durch eine kurze Verschlusszeit wird das Bild statisch und es sind keine Bewegungen des Models oder des Fotografen zu sehen. Bei einer zu langen Belichtungszeit wären Bewegungen und Wackler zu sehen.

Besonders beliebt sind übrigens Festbrennweiten – weil sich damit extrem hohe Blenden einstellen lassen. Ich selber besitze in meinem Equipment das Sony 35mm F1.8 Festbrennweiten-Objektiv, mit dem ich die Möglichkeit habe eine Blende von F1.8 einzustellen, welche sehr weit geöffnet ist und mir somit kurze Verschlusszeiten und ein schönes Bokeh ermöglicht. Festbrennweiten kann ich nur empfehlen – auch wenn man auf Lost Place Tour geht – einfach um Details hervorzugehen und nicht immer nur in der Totalen zu fotografieren.

Über Christian

Begeistert von Lost Places, Fotografie und Videografie - alles miteinander zu verbinden ist mein großes Hobby! Mit Lost-Place.org betreibe ich einen Blog rund um Lost Places, wo ich aber nicht nur meine Fotos und Videos veröffentlichen möchte, sondern auch gerne Tipps zu Lost Places gebe.

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