HDR-Fotografie: Wieso es sich lohnt, HDR-Bilder zu machen

Typisch für ein HDR-Bild: Details und satte farben
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Mit jedem Einsatz lerne ich mehr Praxis mit meiner Kamera – mit fast jedem Tag lerne ich in der Theorie. Ich bin so begeistert von der Fotografie, dass ich stundenlang darüber lesen könnte – und manchmal tue ich das auch. Als neustes begeistert mich die HDR-Fotografie. Nicht weil es ein Thema ist, welches immer mal wieder einen kleinen Hype erlebt, sondern weil ich den Modus in meiner Kamera recht früh entdeckt habe, aber auch sehr schnell gemerkt habe, dass der Modus eigentlich für die Tonne ist. Was HDR-Fotografie ist, was es bringt und wie man es besser anwendet, darüber möchte ich hier ein wenig schreiben.

Verbinden tun die meisten ein HDR-Bild mit diesen Effekten, die oft in Verbindung mit HDR-Fotos auftauchen. Zwar sind das HDR-Bilder – wahrscheinlich – aber ich persönlich finde sie unschön. Es gibt aber auch schöne HDR-Filter die man anwenden kann, dazu werde ich noch einen passenden Beitrag schreiben, weil es hier zu Umfangreich werden würde. HDR-Bilder kann man auch ohne diese Effekte und Filter erstellen – und wunderschöne Ergebnisse bekommen. Gehen wir aber erst einmal auf Anfang.

Was ist HDR-Fotografie überhaupt?

HDR bedeutet „High Dynamic Range“ also übersetzt „Hoher Dynamikumfang“. Hierbei handelt es sich um ein Bild, welches Helligkeitsunterschiede mit extrem vielen Details wiedergibt. Wir alle kennen es: Wir fotografieren ein Motiv und eigentlich gibt es ein gut belichtetes Bild, bei dem man viel sieht, aber einige Stellen zu Dunkel sind. Hellen wir das Bild auf um die dunklen Stellen etwas heller zu bekommen, ist das Bild überbelichtet. Möchten drehen wir die Belichtung runter, ist es unterbelichtet und zu dunkel. Das ist die Problematik einfach erklärt.

Jetzt kann man aus dem Motiv ein HDR-Bild machen – heißt: Die unterschiedlichen Helligkeiten werden trotzdem extrem gut dargestellt. Doch wie funktioniert das? Wir machen von ein und demselben Motiv, aus der gleichen Perspektive mehrere Bilder in verschiedenen Belichtungsreihen. Dafür können wir entweder den Modus der Kamera nutzen (nicht den HDR-Modus, sondern den Belichtungsreihen-Modus) oder wir lösen jedes einzelne Bild selber aus. Wie ihr das macht, ist eigentlich egal, Hauptsache ist, dass Bild ist nicht verwackelt und vom genau den gleichen Standpunkt gemacht wird, wie alle anderen Bilder, denn diese werden hinterher übereinander gelegt.

Aus 3 Bildern entstanden: Ein Bild aus einem Kloster
Aus 3 Bildern entstanden: Ein Bild aus einem Kloster

Durch die verschiedenen Belichtungen gibt es dunkle Stellen, die von Belichtung zu Belichtung immer heller werden. Es gibt aber auch helle Stellen wie zum Beispiel Fenster durch die Licht einfällt, die immer dunkler werden – und dadurch mehr Details zu sehen sind, wie zum Beispiel: Was ist hinter dem Fenster? Was zeigt der Blick nach draußen? Da wir diese Bildinformationen nun haben, können wir aus den ganzen Bildern nun ein einziges machen und alle Bildinformationen in einem vereinen.

Daraus resultiert ein Bild mit so viel Dynamikumfang, dass man eben auch Details sehen kann, was in den Schatten liegt, was hinter Fenster ist und so weiter. Die Bilder sehen nicht nur toll aus, sondern sind auch noch extrem Detailreich. Eine Wundervolle Methodik, schöne Fotos zu schießen, auch wenn es mehr Arbeit kostet.

Fotos mittels Software übereinanderlegen und entwickeln

Es gibt tausende verschiedene Programme auf dem Markt, die es dir erlauben die Bilder übereinander zu legen und zu einem HDR-Foto werden zu lassen. Ich nutze dafür sehr gerne Adobe Lightroom, weil es praktisch alles automatisch macht. Außerdem habe ich danach immer noch die Möglichkeit, entsprechende Entwicklungs-Einstellungen zu treffen, wie ich es auch bei jedem „herkömmlichen“ Bild könnte. Ein weiterer Punkt ist natürlich, dass ich Lightroom-User bin und dort auch meine Bilder aufbewahre und ordne. Wieso also nicht Lightroom nutzen um ein HDR-Bild zu entwickeln? Einen Grund gäbe es nicht.

Es gibt aber noch viel mehr Softwares auf dem Markt. Ich kann gar nicht alle nennen, hier mal ein kleiner Auszug aus die, die ich zwar noch nicht ausprobiert habe, aber von denen ich gelesen habe:

  • Photomatix
  • EasyHDR
  • AuroraHDR
  • HDR Projects 4

Es wird mit Sicherheit mit der Zeit den ein oder anderen Test- & Erfahrungsbericht geben. Mal schauen, welche Softwares ich alles ausprobieren werden, nicht selten gibt es ja Testversionen, damit ich die Programme auch mal miteinander vergleichen kann. Den ein oder anderen Blogleser dürfte das mit Sicherheit auch interessieren, oder?

Warum macht ein HDR-Bild manchmal sinn?

Manchmal ist es doch so, dass man alle Details in einer Aufnahme hervorheben möchte – dass kennen wir alle. Ich habe es selber auch schon erlebt. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich versucht habe mit Masken in Lightroom die einzelnen Details so hervorzuheben, dass ich teilweise stundenlang an einem Bild saß, es aber einfach nicht besser wurde. Da man die Masken durch die Bearbeitung deutlich gesehen hat. Mit einem HDR-Bild passiert das aber nicht, die Software arbeitet für dich und es sieht aus wie ein ganz normales Foto, nur eben mit mehr Details.

Ich persönlich finde HDR-Bilder echt gut, weil sie eben so detailreich sind. Aber viele verhunzen ein solches Bild auch ganz schön. Ich habe als ich meine Kamera noch recht neu hatte, natürlich auch schnell den HDR-Modus meiner SLT-A58K ausprobiert. Herausgekommen sind eher solche Gemälde, statt ein ordentliches Foto. Ich find den Effekt, der direkt aus der Kamera kommt, eher nicht so schön als wenn man verschiedene Belichtungsreihen nutzt und diese dann in der Nachbearbeitung übereinander legt. Ich empfehle: Probiert trotzdem mal den HDR-Effekt eurer Kamera aus und schaut was dabei rauskommt. Und versucht mit dem gleichen Motiv ein HDR-Bild aus verschiedenen Belichtungsreihen zu erstellen. Den Unterschied werdet ihr schon merken – und mit Sicherheit auch einen Favoriten fürs HDR-Bild finden. Jeder Fotograf hat ja so seinen eigenen Geschmack und seinen eigenen Stil – und das ist auch gut so.

Typisch für ein HDR-Bild: Details und satte farben
Typisch für ein HDR-Bild: Details und satte Farben

Was brauche ich alles für ein HDR-Bild?

Als letzten Part in diesem Blogpost möchte ich noch darüber schreiben, was man überhaupt so braucht. Eigentlich ist es neben der Kamera und einem Objektiv nicht viel. Da wir wackelfreie Bilder aus immer der gleichen Position schießen möchten, brauchen wir natürlich auch ein Stativ. Hierbei ist es egal ob Kugelkopf-Stativ oder 3-Wege Neiger. Hauptsache Stativ. Alternativ kannst du die Kamera auch auf einem ruhigen und festen Untergrund legen, in Lost Places empfehle ich das eher weniger, weil es mir persönlich zu dreckig bzw. staubig wäre die Kamera irgendwo hinzulegen. Aber ich glaube, ich bin da nur ein wenig zimperlich, weil die Kamera für mich noch immer neu ist.

Ich selber habe noch einen günstigen Fernauslöser geholt, damit ich nicht immer den Auslöser der Kamera betätigen muss. Das hat keinen Grund: Hast du mal die Schraube nicht zu 100% festgeschraubt, kann die Kamera ihre Position verändern. Ist zwar unwahrscheinlich, kann aber passieren. Ebenso wie es natürlich auch sein kann, dass du beim Schritt Richtung Kamera gegen das Stativ kommst oder die Kamera sich im Stativ einfach ein Stück neigt beim Auslösen und es dann ein verwackeltes Bild gibt. Deshalb habe ich mir einen Fernauslöser geholt. Teuer sind die Teile ja auch nicht, wenn ich mal Zeit habe, schreibe ich auch darüber mal einen Erfahrungsbericht.

Als nächstes kommen wir zu den Fotoserien: Ihr braucht mindestens drei verschiedene Belichtungen um ein HDR-Bild zu produzieren. Ein unterbelichtetes Bild, ein überbelichtetes Bild und ein Bild wo die Belichtung in der goldenen Mitte liegt. Es gibt aber auch Situationen, in denen mehr Bilder nötig sind – bzw. zu empfehlen sind, um einfach noch mehr Details aus dem Bild zu holen. Ich glaube nach oben hin ist keine Grenze gesetzt, außer natürlich durch die Softwares – und da kenne ich die Limitierungen nicht. Mit 5 Bildern ist man in der Regel auf der sicheren Seite, einige Fotografen nutzen auch mehr, ich habe schon von 7-10 verschiedenen Belichtungen gelesen. Finde ich jetzt auch nicht weiter schlimm.

Zuletzt braucht man noch eine Software, die die Bilder übereinanderlegen und bearbeiten kann. Zu den verschiedenen Programmen werde ich definitiv noch was schreiben, ich nutze derzeit Lightroom, spiele auch nur ein wenig damit rum und versuche mich darin. Es ist halt eben wichtig, dass man selber auch ein wenig rumprobiert, kaputtgehen kann ja in der Regel nicht. Und wenn doch, sollte man immer ein Backup haben. Ich lerne lieber durch das eigenständige ausprobieren statt einfach nur zu lesen und mich dann darauf zu verlassen, dass ich alles verstanden habe. Selber Hand anlegen ist halt manchmal echt praktisch, weil man dabei auch vieles herausfinden kann.

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