Lost Places richtig fotografieren: Objektive für verlassene Orte

Die richtigen Objektive sind das A und O für tolle Fotos verlassener Orte. Aber welche Kameraobjektive sollte man bei sich haben?

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Wer mit schönen Bildern von seiner Fototour nach Hause kommen möchte, braucht nicht nur einfach eine Kamera und ein paar Objektive, sondern braucht er die für seinen Einsatzzweck richtigen Linsen. Aber was sind denn überhaupt die richtigen Objektive für verlassene Orte und wieso sind das genau diese? Ich möchte dir in diesen Beitrag erklären, welche Objektive perfekt für verlassene Orte sind und wieso ich meistens nur zwei Stück im Fotorucksack habe.

Ich lese häufig in Urbexer-Gruppen auf Facebook, dass einige Leute ihren kompletten Rucksack mit Objektiven füllen. Ich frage mich dann häufig: Wieso macht man das? Schließlich weiß ich doch vorher in welche Location es mich zieht und was ich für das fotografieren von Lost Places brauche.

Die richtigen Objektive um Lost Places zu fotografieren

In meinem Fotorucksack findet man, sofern ich auf Fototour in verlassenen Orten bin, meistens nur zwei Objektive. Einmal mein Weitwinkel-Objektiv (das Sony SEL 10-18 F4) und ein Zoom Objektiv (meistens das Sony SEL 24-70). Und damit komme ich sehr gut aus – und mehr braucht man eigentlich auch gar nicht.

Pflicht: Ein Weitwinkelobjektiv

Ein Weitwinkel ist in verlassenen Orten Pflicht. Denn: Wir bewegen uns in Gebäuden, sind also von Mauern und Wänden umgeben und somit eingeschränkt uns zu bewegen. Wollen wir einen Raum aufnehmen, brauchen wir ein größtmöglichen Bildausschnitt um die ideale Wirkung des Raumes erzielen zu können. Hier muss also ein Weitwinkel-Objektiv hier.

Es gilt: Je kleiner die Brennweite, desto breiter der Blickwinkel – und desto mehr bekommen wir auf unser Foto drauf.

Daher eine Empfehlung von mir: Ruhig mal etwas Geld in die Hand nehmen und ein Weitwinkel kaufen. Diese sind meistens etwas teurer als Reise-Zoom Objektive. Aber es lohnt sich. Wer möchte, kann natürlich auch nach gebrauchten Objektiven schauen.

Auf meiner Sony Alpha a6300 ist in verlassenen Orten zu 99% mein Sony SEL1018F4. Das hat eine Brennweite von 10-18mm und bietet mit somit einen wirklich perfekten Bildwinkel. Ich bekomm selbst die engsten Räume perfekt abgebildet. Es ist also empfehlenswert in dieser Brennweiten-Region zu schauen.

Das Sony SEL 10-18mm F4 Weitwinkel-Objektiv
Das Sony SEL 10-18mm F4 Weitwinkel-Objektiv

Das gute ist, dass du nicht wirklich auf die Blende des Objektivs schauen musst. Schließlich sollte man in einem verlassenen Ort vom Stativ aus fotografieren. Es ist also egal ob dein Weitwinkel-Objektiv eine maximal geöffnete Blende von F2.8, F4 oder F5.6 (oder etwas ganz anderes) hat. Im Regelfall wird eh abgeblendet (für eine hohe Tiefenschärfe) und vom Stativ mit einer längeren Verschlusszeit fotografiert.

Möglich: Ein zweites Objektiv

Ich habe Eingangs schon erwähnt dass man in meinem Fotorucksack zwei Objektive findet. Neben dem Weitwinkel trage ich auch immer ein Zoom-Objektiv mit längerer Brennweite mit. So bin ich für den Fall gewappnet, dass ich eine längere Brennweite brauche, um zum Beispiel Details aus der Ferne aufnehmen zu können. Allerdings schleppe ich kein riesiges Objektiv mit, sondern lediglich eins mit einer Brennweite von 20-70mm. Im Normalfall reicht diese Brennweite völlig aus. Längere Objektive braucht man nicht.

Auch hier nutze ich nicht wirklich ein Objektiv mit einer hohen Lichtdurchlässigkeit. Sprich: Die Blende lässt sich auf maximal F4 öffnen. Denn: Ich fotografiere von einem Stativ. Und F4 reicht auch schon für ein schönes Bokeh.

Ich kann jedem empfehlen, ein zweites Objektiv mit einzupacken, sich aber vorher Gedanken zu machen, was man möchte. Ich finde Festbrennweiten zwar ziemlich cool und smart, aber ich möchte in verlassenen Orten auch keine Zeit verlieren um ständig die Objektive wechseln zu müssen. Denn mit einer Festbrennweite habe ich leider nicht Flexibilität, die ich mit einem Zoom-Objektiv habe. Daher: Lieber vorher Gedanken machen was du brauchst bzw. brauchen könntest. Mit der Zeit ist es auch die Erfahrung genau zu wissen, was man mit auf Tour nimmt.

Meistens habe ich ein zweites Zoom-Objektiv dabei
Meistens habe ich ein zweites Zoom-Objektiv dabei

Warum nicht die gesamte Ausrüstung mitnehmen?

Der Rucksack bietet Platz, liegt bequem auf dem Rücken. Es bietet sich doch eigentlich an, mehr mitzunehmen, als man überhaupt braucht. Einfach für den Fall der Fälle. Also packen sich einige Leute gerne mal 3, 4 oder mehr Objektive ein. Für mich ein ganz klares No-Go. Denn: Egal wie bequem dein Rucksack zu tragen ist, du musst das Gewicht der Ausrüstung tragen können.

Und neben den Objektiven kommt ja noch eine ganze menge weiteres Zeugs in den Fotorucksack: Reinigungsmittel, Taschenlampe, Ersatzakkus, Speicherkarten, Stativ, Filter und so weiter. Und das macht auch alles Gewicht – und nimmt auch Platz weg!

Fazit

Mit persönlich reichen zwei Objektive, die ich mit auf Tour durch verlassene Orte nehme. Dabei decke ich einen ziemlich große Brennweitenbereich ab (von 10-70mm), mit dem ich in Lost Places fotografieren kann. Eine längere Brennweite braucht man auch nicht. In 99% der Zeit fotografiere ich mit dem Weitwinkelobjektiv mit einer sehr geringen Brennweite, da ich mit im Gebäude befinde, in dem ich räumlich beschränkt bin. Es lohnt überhaupt nicht, die gesamte Ausrüstung oder das gesamte Arsenal an Linsen mitzunehmen, da man sich nur abschleppt und nur einen sehr kleinen Teil gebraucht.

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3 Kommentare
  1. Andy Van Kaa schreibt:

    Hi, super Bericht und ziemlich hilfreich für den Anfang.
    Weiter so…
    Viele Grüße
    Andy Van Kaa

  2. Christian schreibt:

    Für mich ist das wichtigsten Objektiv mein 24mm Shiftobjektiv… das deckt fast alles an Motiven ab – aber einmal mit Shift angefangen, gibt es kein zurück… und das 11-24mm verstaubt leider…

    1. Christian schreibt:

      Ein Shift-Objektiv wollt ich mir immer mal zulegen – muss ich nun also doch dringender mal machen als gedacht! ;D

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