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Mit Fotoprojekten die eigenen Fotografie-Skills verbessern

Fotoprojekte sind ein beliebtes Mittel um ständig zu fotografieren und sich Ziele zu setzen. Sie eignen sich aber auch um die eigenen Skills, also das eigene Können, in der Fotografie weiter voranzutreiben und das fotografische Auge weiter zu schulen. Das schöne ist, dass man sich selber ein Projekt aussuchen und auferlegen kann. Man ist also nicht an Standards gebunden, sondern kann seiner Kreativität freien lauf lassen.

Es gibt die verschiedensten Projekte. Einige möchte ich in diesem Beitrag vorstellen. Einfach nur zur Inspiration, damit du vielleicht in Zukunft auch mal ein Fotoprojekt angehst. Ich selber bin ja großer Fan von Fotoprojekten, finde es immer wieder toll wenn sich jemand dazu entschließt ein solches Projekt anzugehen und durchzuziehen. Und man sieht vor allem dann deutlich, wie sich denn das Können, das Auge fürs Motiv, die Bildbearbeitung und vieles mehr verändert hat. Es hat also einige Vorteile ein solches Projekt anzugehen und sich selber zu „verpflichten“ etwas zu tun.

Wie Fotoprojekte deine Fähigkeiten verbessern können

Ist dir in deiner Sammlung an Fotos schonmal aufgefallen, dass deine Fotos nur sehr langsam besser werden? Dass deine Fähigkeiten mit der Kamera und auch hinter der Kamera, gar nicht so schnell weiterentwickelt werden wie du es gerne hättest? Das liegt daran, dass man nicht täglich mit der Kamera unterwegs ist. Selbst wenn du einige Zeitschriften, Magazine und Blogs verfolgst, in denen du immer wieder Fotografie-Tipps bekommst, konsumierst du so viele Inhalte (also Tipps) dass du sie gar nicht direkt umsetzen kannst. Dein Kopf speichert nämlich nicht alle Informationen (also Tipps) ab und können dann auf der Fototour auch nicht abgerufen werden.

Damit sich deine Fotoskills verbessern, musst du also oft fotografieren gehen. Ich sage immer: Wer fotografieren lernen möchte, sollte sich die Kamera schnappen und rausgehen. Fotografieren. Knipsen. Anschauen und verbessern. Also Learning by doing. Und vor allem sollte man seinen eigenen Stil entwickeln. Es geht gar nicht darum dass du die meisten Klicks, Likes, Herzchen oder Kommentare in irgendeiner Foto-Community bekommst. Es geht in der Fotografie vor allem um eins: Das dir dein Bild gefällt. Jeder betrachtet die Welt ein wenig anders – und fotografiert sie daher auch anders.

Immer besser werden: Nur wer fotografiert, verbessert sein Können

Ein Fotoprojekt „zwingt“ dich zum fotografieren

Wenn du nun also ein Fotoprojekt angehst – egal welches – zwingst du dich praktisch selber zum fotografieren. Du zwingst dich dazu, Bilder zu schießen und dein Projekt zu vervollständigen. Du zwingst dich vielleicht auch ausrüstungsbedingt, was bedeutet, dass du zum Beispiel nur mit einer Festbrennweite fotografierst. Du bringst dich in eine Lage, die dich zwingt anders zu denken und nicht immer das gleiche zu machen. So ergeht es nämlich den meisten: Sie machen ständig nur das gleiche: Die gleichen Einstellungen, die gleichen Blickwinkel – und entwickeln sich gar nicht weiter.

Für mich ist es extrem wichtig auch mal neue Sachen auszuprobieren. Wenn ich auf Tour gehe, versuche ich einfach mal andere Blickwinkel oder eine andere Bildgestaltung. So sehe ich dann, ob es mir gefällt oder nicht. Ob es auch anderen Gefällt und sie meiner Intention folgen können. So sehe ich aber vor allem eins: Was alles möglich ist in der Fotografie und wie sich das Bild verändert, wenn ich nur eine kleine Sache anders mache.

Welche Fotoprojekte gibt es und was Inspiriert dich?

Ich möchte dir nun einige spannende Fotoprojekt-Ideen vorstellen, die schon unter den Fotografen bekannt sind, von einigen durchgezogen wurden und von einigen mit Sicherheit auch abgebrochen oder vernachlässigt wurden. Es gibt Fotoprojekte, die sind bekannt wie ein bunter Hund weil man sie auf jedes Thema anwenden kann. Du kannst sowieso jedes Projekt auf dein Lieblingsmotiv anwenden. Ich zum Beispiel plane derzeit ein Projekt (dazu später mehr), welches schon länger in meinem Kopf rumschwirrt. Dazu gab es mal ein ähnliches Projekt von anderen Fotografen und ich möchte es einfach auf meine Vorliebe für verlassene Orte anwenden. Aber wie gesagt, dazu später mehr. Doch was sind so typische Fotoprojekte für Fotografen?

Typische Fotografie-Projekte

  • Projekt 365
  • 30 Tage Challenge
  • Eine Kamera, ein Objektiv, 1 Jahr
  • Die 10 in deiner…
  • Black & White

Das sind so typische Fotoprojekte, die man schon überall gesehen oder von gehört hat. Etliche Fotografen starten im Jahr ihre Projekte, nehmen sich als Inspiration oftmals einen der Projekte, die am bekanntesten sind. Das schöne an der ganzen Sache ist, dass man ein Fotoprojekt wie ein Spiel sehen sollte. Außerdem finde ich an den Ideen schön, dass man sie auf sich und seine Motiv-Vorlieben vollkommen individualisieren kann. Jetzt möchte ich mal ein wenig auf die einzelnen Projekte eingehen und sie erklären.

Es gibt die unterschiedlichsten Fotoprojekte - hier ein paar Beispiele

Projekt 365

Hierbei geht es darum jeden Tag ein Foto zu schießen. Natürlich kannst du täglich auch viel mehr schießen, aber es sollte immer eins dabei sein, was dir gefällt. 365 Tage sind lang, weshalb ich der Meinung bin, dass man es sich gut überlegen sollte ein solches Projekt zu starten. Vor allem in der Öffentlichkeit, zum Beispiel auf Facebook, Instagram oder in Foto-Communitys. Wenn man groß verkündet dass man nun jeden Tag ein Foto abliefert, dann sollte man das auch tun können.

Die meisten Fotografen gehen her und wählen sich ein Thema aus, spezialisieren sich also. So gibt es Fotografen, die einfach nur den abendlichen Blick aus dem Fenster fotografieren – aber dabei auch darauf achten, dass jedes Bild anders aussieht und damit etwas erzählen wollen. Es gibt mit Sicherheit noch hunderte von Variationen die man nehmen kann um dieses sehr umfangreiche Fotoprojekt auf sich zuzuschneiden.

Wem 365 Bilder deutlich zu viel sind, der kann auch die einfachere Variante nehmen, das 52 Wochen Projekt oder das 30 Tage Projekt. Beim 52 Wochen Projekt geht es im Endeffekt um das gleiche, nur dass man nicht täglich ein Foto schießt und veröffentlicht, sondern ein Bild pro Woche zeigt. Am besten immer zum gleichen Zeitpunkt. Beim 30 Tage Projekt nimmt man sich nur einen Monat zeit, dafür aber wieder täglich.

Eine Kamera, ein Objektiv, 1 Jahr

Eine sehr außergewöhnliche Challenge die man hier mit sich selber eingeht. Wie man schon am Namen des Projekts erkennen kann, geht es vor allem darum, ein Jahr lang mit der gleichen Kamera, mit dem gleichem Objektiv zu fotografieren. Du wirst sehen wie dein Hirn in fahrt kommt und die Welt auf einmal mit anderen Augen sieht. Einfach weil du dich daran gewöhnst mit nur einem Objektiv zu arbeiten. Am besten eignen sich hier übrigens die Festbrennweiten, weil sie nicht nur sehr offenblendig sind, sondern weil man sich selber auch noch Einschränkt. Du zoomst zu Fuß und bist in der Brennweite komplett eingeschränkt. Wenn du ein Zoom-Objektiv benutzt, bist du ja im Endeffekt genau so frei wie vorher. Es geht bei einem solchen Projekt aber darum, sich selber „Hinternisse“ zu erstellen, die dann wieder dein fotografisches Können fordern und fördern.

Die 10 in deiner…

…na, was soll hier stehen? Du kannst hier praktisch alles einsetzen was du möchtest. Es geht nämlich bei einem Fotoprojekt darum, dass du selber dir ein Projekt aussuchst und durchführst. Fotografie soll ja auch Spaß machen! So kannst du zum Beispiel folgende Projekte umsetzen:

  • Die 10 wichtigsten Menschen in deinem Leben
  • Die 10 verlassene Orte in deiner Umgebung
  • Die 10 Sehenswürdigkeiten in deiner Region
  • und so weiter

Deiner Kreativität sind hier natürlich auch keine Grenzen gesetzt! Such dir was aus oder lass dir selber was einfallen um ein tolles Fotografie Projekt zu starten. Wichtig ist nur: Wenn du dich für ein Thema entscheidest, musst du auch dabei bleiben. Und immer wieder die Motive deiner Wahl anders darstellen. Bei den 10 wichtigsten Menschen in deinem Leben zum Beispiel könntest du mit jedem dieser 10 Personen ein Shooting organisieren. Bei den Hobbys der Person, beim Beruf oder sonst wo. Hier kann man frei entscheiden! Zeitlich hast du natürlich auch freie Hand, auch wenn man hier sehr viel spielen könnte. Du könntest zum Beispiel jede Woche eine Person begleiten und fotografieren und jeden Tag ein Bild dieser Person veröffentlichen.

Black & White

Wenn du dich mal auf Facebook oder auf Instagram umsiehst, zeigen einige Fotografen eine Zeit lang nur Schwarz-Weiss Bilder. Das liegt oftmals daran, dass sie ein kleines Fotoprojekt gestartet haben, in dem es um die Schwarz-Weiss-Fotografie geht. Man fotografiert eine Zeit lang nur in Schwarz-Weiss und lässt die Farben komplett aus dem Spiel. Ein tolles Projekt, besonders wenn man selber Fan von Schwarz-Weiss-Fotos ist.

Unterschiede bei Fotoprojekten

Dir ist mit Sicherheit aufgefallen dass es bei den genannten Beispielen unterschiede gibt. Man unterscheidet zwischen zeitlichen und themenbezogenen Fotoprojekten. Bei den zeitlichen Projekten geht es vor allem darum, dass man sich eine Zeit aussucht, in der man ständig neue Fotos veröffentlicht. Das beste Beispiel hierfür ist wahrscheinlich das 365 Tage Projekt, bei dem man jeden Tag ein Foto veröffentlicht. Man muss sich hierbei nicht auf ein Thema festlegen, kann es aber – um es sogar noch schwerer zu machen – tun und sich somit ein Jahr lang nur auf ein Thema konzentrieren.

Bei den themenbezogenen Projekten geht es vor allem ums Thema. Menschen, Landschaften, Details, Sehenswürdigkeiten, Architektur, Nachtfotografie und so weiter. Das heißt: Man legt nicht fest wie oft man Fotos schießt und veröffentlicht, sondern legt sich auf ein Thema fest. Natürlich nennt man sich eine Zeit, in der man das Projekt durchführt, aber eine Regel wann Fotos veröffentlicht werden sollen, gibt es in der Form nicht.

Für welche Art des Fotoprojekts du dich entscheidest ist dein eigenes Ding und deine freie Entscheidung. Es kommt ja besonders bei den zeitlichen Projekten darauf an, ob man überhaupt dafür Zeit hat, jeden Tag ein Foto zu posten oder nicht. Und da kommt es wiederum auf die Zukunftsplanung (Urlaub, Geschäftsreisen, Arbeit, etc.) drauf an.

Mein eigenes Fotoprojekt: Mehr Details in verlassenen Orten

Ich werde bald auch ein Fotoprojekt starten

Auch ich werde bald ein eigenes Fotoprojekt starten. Ich habe gemerkt dass ich oft Fotos in Lost Places mache, die eine totale Aufnahme sind, also den gesamten Raum zeigen. Jetzt möchte ich mal ein wenig mehr Dynamik reinbringen und in Zukunft versuchen auch Detailaufnahmen zu machen. Das wird mein eigenes Fotoprojekt: Ein Jahr lang mindestens 5 Detailaufnahmen aus Lost Places mitnehmen. Dabei lege ich mich auf die Details gar nicht feste, also es sind jetzt nicht nur Steckdosen oder Kabel. Es kann praktisch alles sein. Hauptsache Detailaufnahmen, die mehr von den verlassenen Orten zeigen als nur Aufnahmen von gesamten Räumen.

Wann und wie ich das Projekt starten werde weiß ich noch nicht. Ich weiß auch noch nicht ob ich die Bilder dann separat auf Facebook veröffentlichten werde. Was ich weiß ist dass Fotos dann auf Instagram zu sehen werden unter einem speziellen Hashtag damit ich sie immer schnell und einfach wiederfinden kann. So ganz durchgedacht ist die Idee noch nicht, allerdings möchte ich mich in verlassenen Orten nun auch zwingen auf die Details zu achten und Nahaufnahmen von Dingen zu machen. Lassen wir uns mal überraschen!

Über Christian

Begeistert von Lost Places, Fotografie und Videografie - alles miteinander zu verbinden ist mein großes Hobby! Mit Lost-Place.org betreibe ich einen Blog rund um Lost Places, wo ich aber nicht nur meine Fotos und Videos veröffentlichen möchte, sondern auch gerne Tipps zu Lost Places gebe.

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