RAW oder JPEG – In welchem Dateiformat soll ich fotografieren und was ist besser

RAW oder JPEG: Moderne Kameras bieten die Qual das Wahl
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In der Regel haben Spiegelreflexkameras zwei Möglichkeiten ein Bild zu speichern: Einmal im RAW-Format und einmal im JPEG-Format. Als ich Angefangen habe mit der Fotografie, musste auch ich mich damit auseinandersetzen, habe aber gleichzeitig auch erst einmal losgelegt und in JPEG fotografiert. Mir war nämlich schnell klar, dass RAW viel größer ist als JPEG. Aber was ist denn nun besser? Und sollte ich in RAW oder in JPEG fotografieren?

Eine Frage wie sie immer wieder gestellt wird. Ich finde an dieser Frage, auch wenn sie bestimmt schon mehrfach beantwortet wurde im Internet, gar nicht so schlimm. Es gibt keine dummen Fragen. Es gibt nur dumme Antworten. RAW und JPEG sind zwei verschiedene Formate, die man in der Regel in digitalen Spiegelreflexkameras einstellen kann. Bilder werden dann entweder in JPEG oder in RAW gespeichert. Meine Sony SLT-A58 kann sogar beide Formate gleichzeitig speichern: Einmal in RAW und einmal in JPEG. Somit habe ich beides gleichzeitig auf der Speicherkarte. Ist meiner Meinung nach aber unsinnig, denn aus einem RAW kann ich ein JPEG machen. Andersherum funktioniert es aber nicht. Bevor ich ein wenig darauf eingehe, möchte ich die Vorteile und Nachteile der beiden Dateiformate nennen, die ihr mit eurer digitalen Spiegelreflexkamera speichern könnt.

RAW oder JPEG: Moderne Kameras bieten die Qual das Wahl
RAW oder JPEG: Moderne Kameras bieten die Qual das Wahl

JPEG: Ein fertiges Bild im Standard-Format

Der große Vorteil an JPEG ist, dass ich ein fertiges Bild aus der Kamera erhalte. Wer das möchte, stellt einfach JPEG ein und kann die Bilder sofort nutzen. Das ist natürlich ein Vorteil. Zudem ist JPEG ein Standard-Format, welches von jedem Gerät und jedem Programm erkannt werden sollte. Für Hobbyfotografen, die nur schnell Momente einfangen möchten also schon einmal ein Pluspunkt. Zudem ist die Datei um ein vielfaches kleiner als die RAW-Datei des gleichen Bildes. Das führt dazu, dass ich auf der einen Seite sehr viel mehr Bilder auf meine Speicherkarte bekomme, aber eben auch auf meine Festplatte. Dazu kommt noch, dass die Ladezeiten in Bildbearbeitungsprogrammen deutlich geringer sind – weil die Dateigröße eben um ein vielfaches kleiner ist. Das gute ist, dass das Verhältnis zwischen Dateigröße und Bildqualität nicht in Relation steht – wenn das Bild aus der Kamera kommt. Ich habe bisher nicht beobachten können, dass Bilder die JPEG aufgenommen wurden in der Qualität schlechter sind als RAW-Bilder. Wird wahrscheinlich daran liegen, dass die Kamera das Bild nicht wirklich großartig komprimiert und somit auch keine Qualität verloren geht.

RAW: Unkomprimiert, so wie wir es geschaffen haben

Um es einfach auszudrücken, kann man sagen dass ein RAW-Bild ein Rohbild ist. Praktisch wie ein digitales Negativ. Es kommt genau so aus der Kamera, wie es auf dem Sensor gelandet ist – und dass ist auch gut so, denn so können wir einige Dinge ändern und nachbearbeiten, um das Bild noch besser wirken zu lassen. Als Beispiel: Der Weißabgleich lässt sich bei einem RAW-Bild einfach ändern. Wir „entwickeln“ dass digitale Negativ also erst noch. Da die RAW-Datei einen höheren Dynamikumfang vorweisen kann und praktisch ein Rohbild ist, ist die Dateigröße auch um ein vielfaches größer als im Vergleich zu einem JPEG-Bild. Bei meiner Sony Alpha 58 hat ein RAW-Bild in der Regel rund 20 Megabyte. Das ist für ein Bild schon enorm. Im Vergleich: Ein JPEG-Foto hat aus der Kamera heraus gerade einmal rund 8 Megabyte. RAW-Bilder sind also mal eben mehr als doppelt so groß. Das führt aber auch dazu, dass weniger Bilder auf die Speicherkarte passen, die Festplatte zu Hause schneller voll wird und die Ladezeiten auch länger werden. In Zeiten in denen Speicherplatz aber wirklich sehr günstig sind, sollte das Argument, dass weniger Fotos auf Speicherkarte und Festplatte passen, nichtig sein.

Du benötigst Software um dein digitales Negativ entwickeln zu können

RAW ist im Gegensatz zu JPEG kein Standard-Format welches von jeder Software gelesen werden kann. Daher wird eine Software benötigt, welche das Dateiformat lesen und damit umgehen kann. Am besten eine Software, die das Bild nicht nur öffnen, sondern mit den Informationen darin auch umgehen und sie bearbeiten kann. Ich persönlich nutze Adobe Lightroom und empfehle es jedem, der nicht nur eine gute Software zum Organisieren seiner Fotos benötigt, sondern auch zum bearbeiten. Ich find diese Software einfach perfekt dafür gemacht. Es gibt aber wahrscheinlich noch tausende andere Alternativen auf dem Markt.

Lightroom erkennt aber nicht nur das Bild, sondern auch die Informationen die in der Datei gespeichert sind. Wie zum Beispiel deine Kamera, dein genutztes Objektiv, die Brennweite mit der du das Bild eingefangen hast, deinen ISO-Wert, die genutzte Blende und auch die Verschlusszeit. Das sind alles Informationen, die von der Kamera im Bild gespeichert werden. Ich glaube sogar, dass das viele Kameras auch in die JPEG-Dateien schreiben. Ich weiß aber, dass meine Kamera es zu 100% in die RAW-Dateien schreibt und man so alle nötigen Informationen immer zur Hand hat. Man kann also sagen, man kann das Bild seinen Wünschen entsprechend mit wenigen Klicks anpassen. Für mich ein guter Grund im RAW-Format zu fotografieren.

Ich fotografiere in RAW - und habe es zu schätzen gelernt
Ich fotografiere in RAW – und habe es zu schätzen gelernt

Mal eine kleine Information zwischendurch…

Wusstest du eigentlich, dass RAW kein Standardformat ist und fast jeder Hersteller (Sony, Canon, Nikon, etc.) sein ganz eigenes Format auf den Markt gebracht hat bzw. bringt? Genau deswegen haben die Dateien auch ganz selten .RAW als Dateiendung. Letztlich ist es aber doch alles das selbe: Das RAW-Format, wie es auch in den Kameras meistens bezeichnet wird. In der folgenden Liste habe ich einige Hersteller mit ihren RAW-Formaten aufgeführt, um dir einen kleinen Überblick zu verschaffen.

  • Sony: SRF, SR2, ARW
  • Canon: CR2, CRW
  • Nikon: NEF
  • Pentax: DNG, PEF
  • Samsung: DNG, SRW
  • Sigma: X3F
  • Fuji: RAF

Lass dich also nicht beirren, wenn die Dateiendungen deiner in RAW fotografierten Bilder nicht die Endung „.RAW“ haben sollten!

Warum ich in RAW fotografiere

Ich persönlich fotografiere immer in RAW. Da ich größtenteils Lost Places fotografiere, habe ich den Vorteil im Nachhinein noch alles bearbeiten zu können. Manchmal passt eben nicht alles und der Weißabgleich oder andere Dinge müssen bearbeitet werden. Dann kann ich das in Adobe Lightroom tun, ohne einen Qualitätsverlust hinnehmen zu müssen. Gerade an dunklen Orten lohnt es sich! Ich würde auch jedem empfehlen sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und wer die Bilder später noch bearbeiten möchte, der kann dass tun, ohne einen Qualitätsverlust erleiden zu müssen. Für mich ist das RAW-Format perfekt und ich möchte es nicht mehr missen. Ich hab es mit der Zeit wirklich schätzen gelernt.

Wie sieht es bei euch aus? Fotografiert ihr in JPEG oder in RAW? Und warum? Eure antworten ab in die Kommentare!

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2 Kommentare
  1. Torsten schreibt:

    Welche Einstellung muss ich wählen um die Bilder später gross ausdrucken zu können? Ich habe eine Sony alfa 58

    1. Christian schreibt:

      Egal ob JPEG oder RAW, beides kannst du später ausdrucken. Allerdings musst du RAW noch mit einem RAW-Entwickler entwickeln, da es sich nicht um eine richtige Bild-Datei handelt, sondern um ein digitales Negativ deines Bildes. Hierzu empfiehlt sich Adobe Lightroom.

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