So bekommst du den Hintergrund auf deinen Fotos unscharf

Ein Ventil in einem leeren Raum: Ein Detail, welches man fotografieren kann
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Oftmals möchte man ein Objekt fotografieren und dieses herausstechen lassen. Was macht man da? Ganz einfach: Der Hintergrund muss unscharf werden. Damit stellt man nämlich alles andere in den Hintergrund, man erkennt nur noch das, was man auch wirklich hervorheben möchte. Der Rest ist uninteressant und wird durch das unscharf stellen einfach „ausgeblendet“. Doch wie bekomme ich den Hintergrund auf meinen Fotos unscharf? Ich erkläre es dir!

Ein unscharfer Hintergrund sieht nicht nur auf Portraits super aus, sondern auch auf einigen Lost Places Fotos. Es muss nicht immer der gesamte Raum sein den man aufs Bild bekommen möchte, sondern können es auch Highlights sein, die hervorgehoben werden können. Stellen wir uns einen Tisch vor, auf dem ein Buch liegt – und wir nur dieses Buch auf dem Bild hervorheben möchten – trotzdem aber einen schönen Hintergrund benötigen, um das Bild prächtig auszufüllen. Doch wie bekommt man den Hintergrund auf dem Bild unscharf? Es gibt mehrere Faktoren die dabei eine Rolle spielen – wie zum Beispiel die Blende oder der Abstand vom Objekt zum Hintergrund. Ich möchte dir die Thematik erklären.

Auf Fotos den Hintergrund über die Blende unscharf bekommen

Den Hintergrund auf Fotos unscharf zu bekommen und dabei die Blende zu nutzen, ist eine Möglichkeit. Je weiter geöffneter die Blende (also je geringer der Wert), desto unschärfer wird der Hintergrund. Je geschlossener die Blende (also je höher der Wert), desto schärfer wird der Hintergrund. Trotzdem muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass du nur die Blende zu öffnen brauchst. Wichtig ist nämlich auch der Abstand zum Objekt oder Model, genau so wie der Abstand vom Objekt/Model zum Hintergrund. Der Abstand verringert sich aber, je geöffneter die Blende ist. Versuch einfach mal ein wenig mit der Blende deines Objektivs rumzuspielen und schau beim nächsten Kauf eines neuen Objektives auch auf die größtmöglich geöffnete Blende. Das ist nämlich der Wert den du brauchst. Je mehr du die Blende öffnen kannst, desto besser.

Das Buch ist scharf, der Hintergrund leicht unscharf
Das Buch ist scharf, der Hintergrund leicht unscharf

Höhere Brennweite nehmen – und Abstand vergrößern

Natürlich kannst du, falls du kein Lichtstarkes Objektiv hast – also kein Objektiv mit einer extrem geöffneten Blende – einfach eine Höhere Brennweite nehmen und dich vom Objekt entfernen. Dazu musst du dann auch nicht deine Blende extrem weit öffnen – wobei dass den Effekt natürlich noch verstärken würde. Du kannst den Abstand auch noch mehr Vergrößern und den kompletten Zoom nutzen, um ein Objekt anzupeilen. Du wirst merken, dass du bei einem Zoom-Objektiv den Hintergrund automatisch unscharf stellst – ohne dein Zutun. Allerdings verändert sich daher natürlich der Bildausschnitt, da du ja ins Bild reinzoomst.

Je mehr du ins Bild reinzommst, desto größer muss der Abstand zwischen dir und dem von dir fotografierten Objekt sein. Du solltest – wenn du kein Lichtstarkes Objektiv hast, ein wenig mit deinen Brennweiten rumspielen. Denn ich erkläre es dir nur in der Theorie. Am besten ist immer, wenn man ein wenig Praxis hat und alles „in der Praxis lernt“. So bleibt dir das Zusammenspiel auch besser im Gedächtnis.

Wichtig: Ein großer Abstand!

Ich möchte noch anmerken, dass der Abstand zwischen Objekt/Model und Hintergrund eine wichtige Rolle spielt. Je größer der Abstand ist, desto unschärfer kann er auch werden. Je geringer der Abstand zum Objekt/Model ist, desto schärfer wird der Hintergrund auch. Eine Kamera fokussiert nämlich nicht ein Objekt, sondern auf den Abstand zum Objekt. Und je näher auch der Hintergrund diesem Abstand kommt, desto schärfer wird dieser auch.

Auch Vordergründe lassen sich unscharf gestalten
Auch Vordergründe lassen sich unscharf gestalten

Trick 17: In der Nachbearbeitung unschärfen

Natürlich kann man jedes Bild in Bearbeitungsprogrammen wie Adobe Lightroom oder Photoshop nachbearbeiten, aber die Kunst ist es ja, schon sehr gute bis perfekte Bilder aus der Kamera zu bekommen. Dennoch ist die Nachbearbeitung ein wichtiges Thema. Und wenn dir ein Hintergrund nicht scharf genug ist, dann kannst du zur passenden Software greifen und den Hintergrund einfach noch weiter unschärfen bzw. weichzeichnen.

Lightroom hat entsprechende Möglichkeiten, die aber nur begrenzt sind. Irgendwann ist auch dort Ende. Ich empfehle immer, wenn es schon die Post-Production sein muss, Adobe Photoshop zu nutzen, denn dort kannst du den Filter „Weichzeichnungsfilter“ bzw. „Grauscher Weichzeichner“ nutzen um den Hintergrund extrem unscharf zu gestalten. Dafür nur das Objekt/Model markieren bzw. maskieren und dann den entsprechenden Filter auswählen und anwenden.

Ich hoffe ich konnte dir helfen, den Hintergrund auf deinen zukünftigen Fotos unscharf zu gestalten und mehr mit der Tiefenschärfe (so nennt man das ganze) spielen zu können. Wenn du weitere Fotografie-Tipps hast, wie man auf seinen Fotos den Hintergrund unscharf bekommst, darfst du sie gerne in den Kommentaren posten!

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