Fotografieren lernen #004: Der ISO

Ein zu hoher ISO-Wert sorgt für Rauschen im Bild
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Der ISO-Wert: Jeder der schonmal mit einer DSLR oder auch mit einer Systemkamera fotografiert hat, kennt ihn. Einfach ausgedrückt kann man mit ihm die Lichtempfindlichkeit des Sensors einstellen. Aber was bewirkt er? Wie funktioniert der ISO? Und was gibt es zu beachten? In meinem 4. Teil aus der Reihe „Fotografieren lernen“ gehe ich genau darauf ein und möchte dir den ISO vorstellen und erklären.

Der ISO-Wert ist ein Wert den man an einer Spiegelreflexkamera oder auch an einer Systemkamera einstellen kann. Doch wozu ist er eigentlich da? Ganz einfach ausgedrückt: Er ist für die Lichtempfindlichkeit des Kamera-Sensors zuständig. Doch wie funktioniert er, was bewirkt er und hat ein ISO auch Vorteile oder Nachteile? Das alles erkläre ich dir hier, im vierten Teil meiner Reihe „Fotografieren lernen“.

Die anderen Teile der Reihe „Fotografieren lernen“

Dies ist nur ein Teil aus meiner Reihe „Fotografieren lernen“, in der ich dir nicht nur die technischen Grundlagen der Fotografie näher bringe, sondern auch viele weitere Tipps rund um die Fotografie gebe. Damit du alles erfährst, empfehle ich dir die anderen Teile auch zu lesen. Am Ende des Beitrages findest du eine Übersicht über die verschiedenen Teile und kannst mit einem Klick direkt in einen anderen Teil springen.

Der ISO-Wert kurz erklärt

Der ISO-Wert ist ein Wert der die Lichtempfindlichkeit des Sensors in deiner Kamera beschreibt. Je höher der Wert ist, desto empfindlicher ist dein Sensor für das einfallende Licht. Das heißt: Über den ISO-Wert kannst du ebenfalls die Belichtung einstellen bzw. die Helligkeit deines Bildes. Allerdings rate ich davon ab den ISO dafür zu verwenden. An erster Stelle würde ich das Bild über die Blende und die Verschlusszeit belichten. Das hat nämlich einen großen Vorteil: Das Bildrauschen. Aber dazu später mehr.

ISO steht für „International Organization for Standardization“. Diese Organisation ist weltweit für Standards verantwortlich, in verschiedenen Themenbereichen. Im Bereich der Fotografie geht es diesmal um die Lichtempfindlichkeit und so hat die „International Organization for Standardization“ auch die Standardwerte für Lichtempfindlichkeit festgelegt.

Es gibt verschiedene ISO-Werte und je nach Kamera können die auch schonmal deutlich höher ausfallen. Werte die aber jede Kamera hat sind ISO 100, ISO 200, ISO 400 und ISO 800. Es geht auch noch höher, so dass eigentlich jede Kamera auch noch Werte wie ISO 1600 und ISO 3200 besitzt und sich in diesen Werten einstellen lässt. Ich will dir jetzt gar nicht alle ISO-Werte von Kameras aufführen, ich möchte dir lediglich sagen, dass es Wertbereiche gibt, die sich in jeder Kamera einstellen lassen. Und dann gibt es noch Bereiche, die nur von Profi-Kameras genutzt werden können, also von den extrem teuren Geräten, für die man schon einen Kleinwagen kaufen kann. Das wären dann Werte wie ISO 409.600, die zum Beispiel die Sony Alpha 7s schafft. Davon kann ich mit meiner Sony SLT-A58 nur träumen.

ISO-Einstellung an meiner Sony Kamera
ISO-Einstellung an meiner Sony Kamera

Eine kurze Übersicht

  • Jede Kamera kann den ISO-Wert einstellen
  • Manche Kameras fangen schon bei geringen ISO-Werten an zu rauschen
  • Manche Kamera können extrem hohe ISO-Werte einstellen

Dafür kannst du den ISO hochstellen

Sagen wir mal, du fotografierst in einer lichtschwachen Umgebung, also in einem Innenraum und hast kein Stativ dabei. Dann musst du aus deiner Hand fotografieren, was zu verwackelten Bildern führen kann. Denn: Ist die Umgebung nicht reich an Licht, musst du deine Blende öffnen und auch die Verschlusszeit länger einstellen. Und je nach Foto möchte man die Blende auch gar nicht öffnen, weil der Fokusbereich ein größerer sein soll.

Das Problem: Du fotografierst aus der Hand, kannst die Verschlusszeit (die Belichtungszeit) aber nicht beliebig lang einstellen, einfach weil du aus der Hand fotografierst. Ist die Verschlusszeit gerade so kurz eingestellt, dass dein Bild nicht mehr verwackelt, kann es je nach Umfeld und Helligkeit sein, dass dein Bild unterbelichtet ist. Und jetzt kommt der ISO zum Einsatz: Du kannst ihn höher einstellen und somit die Lichtempfindlichkeit des Sensors erhöhen. Und schon wird dein Bild auch etwas heller. Je nach ISO-Wert kannst du den Kamerasensor sogar extrem lichtempfindlich einstellen und so noch kürzer belichten.

Da gibt es aber ein Problem…

Allerdings empfehle ich immer den ISO nicht zu hoch einzustellen. Denn du bekommst ein Problem mit deinem Bild: Es wird Rauschen. Jeder Fotograf, auch wenn er Hobby-Fotograf ist, hat schonmal etwas von einem rauschendem Bild gehört. Das Rauschen eines Bildes hörst du nicht, sondern du siehst es. Gemeint ist damit, dass es leicht unsauber und unscharf aussieht.

Das heißt also: Versuche den ISO so gering wie möglich zu halten. Denn bei ISO 100 sollte bei keiner Kamera ein Rauschen auftreten – oder nur so, dass man es nicht erkennt. Wann deine Kamera anfängt zu rauschen, hängt von der Kamera bzw. dessen Sensor ab.

Wenn du ein Fan von Bildqualität bist, solltest du den ISO so gering wie möglich halten. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass meine Kamera schon ab einem Wert von 800 ein ordentliches Rauschen verursacht. Deswegen versuche ich den ISO immer unter 800 zu halten, im Idealfall auf 100. Na klar, dann brauchst du in den meisten Fällen ein Stativ wenn nicht genug Licht zur Verfügung steht, aber das habe ich auf meinen Fototouren sowieso immer dabei.

ISO 3200: Starkes Bildrauschen in der Villa Woodstock
ISO 3200: Starkes Bildrauschen in der Villa Woodstock

Man kann Rauschen aber auch als Stilmittel einsetzen. Ich selber mag es nicht so gerne, weil ich auf knackscharfe Bilder stehe, aber da ist jeder anders. Zumal es ja auch ein Sprichwort gibt: „Lieber ein Rauschen im Bild als kein Bild.“

Du solltest folgendes bedenken

  • Ein hoher ISO-Wert erlaubt dir zwar aus der Hand zu fotografieren, sorgt aber auch für ein Bildrauschen
  • Je geringer der ISO-Wert, desto weniger Bildrauschen
  • Je geringer der ISO, desto länger musst du belichten
  • Am besten immer ein Stativ dabei haben

Ein wenig Praxis für dich

Ja, es gibt wieder ein wenig Praxis, diesmal aber nicht zu viel. Du sollst deine Kamera kennenlernen und schauen wann deine Kamera anfängt zu rauschen. Schieße mehrere Fotos von einem Motiv auf verschiedenen ISO-Werten. Dieser lässt sich im manuellen Modus einstellen. Dabei solltest du dann aber auch abblenden, einfach um das Bild dunkler zu bekommen – oder die Verschlusszeit verkürzen.

Ich selber habe den ISO-Wert immer auf 100, weil ich mit einem Stativ arbeite und somit auch lange belichten kann. Man merkt schon, dass die Belichtung eines Fotos ein Zusammenspiel aus ISO, Blende und Verschlusszeit ist. Ich finde aber, dass wenn man mit einem Stativ arbeitet, der ISO völlig uninteressant ist und ignoriert werden kann – einfach weil man länger belichten kann. Ein Grund mehr sich ein gutes Stativ zu kaufen!

Auch bei ISO 800 ist das Bildrauschen vorhanden
Auch bei ISO 800 ist das Bildrauschen vorhanden

Mehr Praxis gibt es diesmal auch nicht, weil der ISO wirklich etwas recht einfaches ist. Man muss nur verstehen, dass ein höherer ISO-Wert eine höhere Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors bedeutet und dann auch zu einem Rauschen im Bild führen kann.

Übrigens: In der Programmautomatik (Modus P an deiner Kamera) stellt deine Spiegelreflexkamera oder deine Systemkamera auch den ISO-Wert um, je nachdem wie die Kamera ihn gerade braucht um ein ordentlich belichtetes Bild aufnehmen zu können. Das führt dann dazu, dass du in der Programmautomatik öfters mal rauschende Bilder hast, die dir wahrscheinlich nicht gefallen werden – weil der Kamera es egal ist ob ein Bild rauscht oder nicht. Hauptsache ein ordentlich belichtetes Bild wurde aufgenommen und gespeichert.

Merke dir folgendes

  • In der Programmautomatik (Modus P) ändert die Kamera deinen ISO-Wert
  • Der Kamera ist es erstmal egal ob rauschende Bilder aufgenommen werden

Fotografieren – die Teile dieser Reihe

Damit sind wir am vierten Teil meiner Reihe „Fotografieren lernen“ angekommen. Diesmal ging es um den ISO-Wert deiner Kamera und somit um die Lichtempfindlichkeit des Kamera-Sensors. Außerdem hast du gelernt, was ein hoher ISO anrichten kann und wie man einen hohen ISO-Wert bei nicht so guten Lichtverhältnissen ignorieren kann.

Die Teile und Themen meines Lernkurses

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