Fotografieren lernen #005: Der Weißabgleich

Übersicht der Farbtemperaturen
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Im fünften Teil meiner Reihe „Fotografieren lernen“ möchte ich über den Weißabgleich sprechen und dich über diese „Funktion“ aufklären. Der Weißabgleich ist nämlich eine Funktion, die so gut wie jede DSLR und Systemkamera hat. Wer schonmal mit der Funktion rumgespielt hat, der wird erkannt haben, dass sich etwas am Bild verändert und die Farben anders aufgenommen werden bzw. aussehen.

Was der Weißabgleich ist und wie er funktioniert, erkläre ich hier im fünften Teil meiner kleinen Reihe „Fotografieren lernen“. Denn der Weißabgleich muss sitzen, damit ein Foto gut aussieht. Das gute ist, dass ich mich in diesem Teil wohl recht kurz halten werde, denn ein spannendes Thema ist der Weißabgleich nicht – aber ich finde, man muss ihn mal eben durchgekaut haben.

Die anderen Teile der Reihe „Fotografieren lernen“

Dies ist nur ein Teil aus meiner Reihe „Fotografieren lernen“, in der ich dir nicht nur die technischen Grundlagen der Fotografie näher bringe, sondern auch viele weitere Tipps rund um die Fotografie gebe. Damit du alles erfährst, empfehle ich dir die anderen Teile auch zu lesen. Am Ende des Beitrages findest du eine Übersicht über die verschiedenen Teile und kannst mit einem Klick direkt in einen anderen Teil springen.

Weißabgleich, Fotografie und Farben

Wenn wir Fotos schießen, halten wir nicht nur einen Augenblick fest, sondern erschaffen auch Kunst. Kunst hat oft was mit Farben zu tun und in der Fotografie spielen Farben eine wichtige Rolle (sofern man nicht Schwarz-Weiß fotografiert). Das Licht welches uns umgibt, verändert die Farben in unserer Umgebung aber enorm. Denn auch die Lichtfarbe verändert sich. Ein gutes Beispiel sind hierfür alte Glühbirnen die ein warmes Licht abgeben. Dagegen hält man einfach mal Leuchtstoffröhren, die ein ziemlich klares und weißes Licht abgeben. Und entsprechend verändern sich auch die Farben auf einem Foto je nach Lichtquelle.

Um das ganze ein wenig leichter zu verstehen, gibt es die sogenannten Farbtemperaturen. Hierbei handelt es sich um Werte, die in Kelvin (K) gemessen werden und aussagen wie warm ein Licht aussieht. Damit du das ganze etwas verstehst, habe ich dir folgend eine Tabelle gebastelt, die dir das ganze ein wenig vereinfacht.

Übersicht der Farbtemperaturen
Übersicht der Farbtemperaturen

Man sieht deutlich, wie sich die Farbe und die Farbtemperatur verhalten. In der Mitte sind wir bei 5000 Kelvin, das bedeutet weiß. Hier können wir uns einen Aufsteckblitz oder auch eine Leuchtstoffröhre vorstellen. Bei 2500 Kelvin können wir uns die goldene Stunde vorstellen, während wir bei 12000 am Mittag bei strahlend blauem Himmel sind. Das gute an dieser Lektion ist: Du musst dir das nicht merken. Es ist aber „Nice 2 Know“, also gut zu wissen. Wenn du dir das nicht merken kannst, ist aber auch nicht schlimm.

Die Kamera soll die Farben so echt wie möglich abbilden

Wir bekommen also ein Problem: Durch unterschiedliches Licht sehen auch die Farben auf dem Foto anders aus. Je nach Umgebungslicht bzw. Farbtemperatur der Umgebung bekommen wir einen Rotsticht, Orangestich oder Blaustich im Bild. Damit das nicht passiert, stellt man einen Weißabgleich ein.

Das gute an modernen Kameras ist, dass sie die Farbtemperatur selbständig messen können. Entsprechend gibt es auch einen automatischen Weißabgleich, welcher von der Kamera eingestellt wird und dafür sorgt dass deine Farben natürlich aussehen.

Du kannst den Weißabgleich deiner Fotos aber auch manuell einstellen. Wie das funktioniert kann ich dir hier nicht sagen, weil jede Kamera sich anders einstellen lässt. Deswegen gebe ich dir hier keine Anleitung, wie man den Weißabgleich an deiner Kamera einstellt, weil es immer unterschiedlich ist. Und das nicht nur von Hersteller zu Hersteller, sondern auch von Kameramodel zu Kameramodel. Schau am besten in deine Betriebsanleitung. Dort sollte alles erklärt werden.

Ein fehlerhafter Weißabgleich kann zu einem Blaustich führen
Ein fehlerhafter Weißabgleich kann zu einem Blaustich führen

Der Weißabgleich lässt sich später noch verändern

Okay, ganz richtig ist diese Aussage nicht, denn: Der Weißabgleich lässt sich später nur dann verändern, wenn du ein Foto in RAW geschossen hast. Solltest du also während deiner Fototour nicht gemerkt haben dass der Weißabgleich fehlerhaft ist, schießt aber in RAW deine Fotos, dann keine Panik: Die Fotos sind nicht für die Tonne. RAW-Entwickler wie Lightroom von Adobe beherrschen den Weißabgleich und können diesen später noch anpassen. Bei JPEG-Bildern funktioniert das nicht so wirklich, weil das Bild ja schon komprimiert ist.

Trotzdem empfehle ich immer, den Weißabgleich schon beim schießen der Fotos richtig einzustellen. So erleichterst du dir später viel Arbeit, nämlich jedes einzelne Bild im Weißabgleich anzupassen. Also: Augen auf und von Anfang an einen richtigen Weißabgleich einstellen.

Hier ein bewusst gewählt fehlerhafter Weißabgleich für mehr Orange im Bild
Hier ein bewusst gewählt fehlerhafter Weißabgleich für mehr Orange im Bild

Kleine Praxis für den Weißabgleich

Schnapp dir nun deine Kamera, schalte sie ein und suche dir ein Motiv. Fotografiere es. Am besten in verschiedenen Weißabgleicheinstellungen. Und wenn es möglich ist, schalte auch noch Lichtquellen ein, wie zum Beispiel eine Deckenleichte oder eine Taschenlampe.

  • Schnapp dir deine Kamera und suche dir ein Motiv
  • Fotografiere das Motiv bei Tageslicht, im Schatten
  • Schalte ruhig mal andere Lichtquellen ein
  • Fotografiere das Motiv häufiger und in verschiedenen Weißabgleichen
  • Schau dir die Bilder auf deinem PC oder Laptop an

Durch diese kleine Praxis-Aufgabe bekommst du ein Gefühl für den Weißabgleich. Theorie finde ich immer sehr trocken und langweilig, weshalb ich dir immer rate, die einzelnen Teile direkt mit der Kamera in der Hand nachzumachen. Fotografieren ist nämlich auch ein wenig „Learning by doing“, gerade wenn es um Themen wie den Weißabgleich geht.

Wenn du dir die Bilder aus dieser kleinen „Übung“ dann auf dem Rechner anschaust, siehst du was mit deinen Bildern passiert und wie sich die Farbe verhält, wenn du unterschiedliche Weißabgleiche benutzt.

Fotografieren – die Teile dieser Reihe

Damit sind wir am fünften Teil meiner Reihe „Fotografieren lernen“ angekommen. Diesmal ging es kurz und knapp um den Weißabgleich einer Kamera und von Fotos. Der Weißabgleich sorgt für natürliche Farben im Foto. Unter den folgenden Links gelangst du zu den anderen Teilen meiner Reihe.

Die Teile und Themen meines Lernkurses

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