Caserne Major Cogniaux aka Prison 11 – Eine verlassene Kaserne

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Die Caserne Major Cogniaux ist ein wundervoller Ort. Leider schon etwas gerockt, hier und dort gibt es Graffiti an den Wänden, an einigen Stellen merkt man dass ordentlich gewüstet wurde. Aber die Caserne Major Cogniaux, die auch als „Prison 11“ unter Urbexern bekannt ist, hat auch irgendwie Charme. Sie ist bunt. Sie ist groß. Sie bietet das ein oder andere Motiv. Als wir zu dieser Location gefahren sind, wussten wir noch nicht was uns erwartet, denn wir kannten für diese Location zwei Namen: „Caserne Major Cogniaux“ und „Prison 11“. Handelt es sich um eine verlassene Kaserne oder doch um ein verlassenes Gefängnis?

Nach einer Autofahrt von über einer Stunde kommen wir nun endlich zu dieser Location an. Wir haben Deutschland verlassen und sind in Belgien angekommen. Es ist sonnig und ziemlich warm, eigentlich optimales Wetter um sich einen verlassenen Ort anzuschauen. Es ist noch früh und wir suchen einen Eingang – dabei haben wir das offensichtlichste nicht bemerkt. Schon beim Eintreten dann das: Wir stehen einer Gruppe anderer Urbexern gegenüber, die wir erstmal fragen: „Englisch or German?“. Schließlich kann man sich ja kurz unterhalten, vielleicht erfährt man den ein oder anderen Tipp. Die Gruppe entgegnete: „Germen“. Perfekt, eine deutsche Truppe mit der man sich problemlos unterhalten kann. Wir plauderten kurze Zeit und bekamen den Tipp, wo was ist. So mussten wir nicht lange suchen, denn wir hatten ja schon Bilder von der Caserne Major Cogniaux im Internet gesehen, die uns gefielen. Nun wollten Assim und ich unsere eigenen Versionen davon schießen. Wir zogen los.

Video / Embed

Die Caserne Major Cogniaux aka „Prison 11“

Wir fragten uns noch immer um was für eine Location es sich denn nun handle, doch als wir im ersten Gebäude angekommen waren, wussten wir es: Eine verlassene Kaserne. Mitten in Belgien. Breite und lange Gänge mit ein paar Zimmern, die recht groß waren, ließen die Vermutung, dass es sich doch um ein verlassenes Gefängnis handeln könnte, im Keim ersticken. Wer in einem solchen Gefängnis gesessen haben soll, hätte den Jackpot gezogen. Wir bauten unser Equipment auf und legten los.

Bei der Caserne Major Cogniaux handelte es sich um eine Kasernenanlage in Belgien, die als Innovation galt: dampfbeheizte Kessel im Küchentrakt, eine Anlage zur Rückgewinnung von Regenwasser und Beleuchtung via Öllampen. Ziemlich modern für damalige Verhältnisse. Und wenn ich schreibe „damals“ meine ich das auch. Die erste Einheit ist nämlich 1890 eingezogen, knapp drei Jahre nach dem ersten Spatenstich. Über die Jahre zogen hier verschiedene Einheiten und Truppen ein. Dann ging es bergab mit der Caserne Major Cogniaux.

Ab 1995 versuchte man das Areal zu verkaufen. Erst 2005 hat man es geschafft Mannschaftsgebäude und Stabgebäude zu verkaufen – an eine Ivestorengesellschaft. Entstehen sollten hier nach dem Umbau Lofts, kleinere Wohnungen und auch Geschäftsräume. Aber irgendwie hat man den Umbau nie angegangen.

Wir zogen weiter durch die Räume, schossen unsere Fotos und wechselten das Gebäude. Wir kamen in einen sehr engen Flur und wussten: Zellentrakt. Daher hat die Caserne Major Cogniaux auch ihren Urbexer-Namen „Prison 11“. Mittlerweile ist diese Location unter beiden Namen bekannt: „Caserne Major Cogniaux“ und „Prison 11“. Der kleine Zellentrakt war also der Namensgeber. Und ganz ehrlich: Ich wollte nicht in einem solchen Zellentrakt einsitzen: Die Zellen waren sehr eng und klein, boten gerade einmal genug Platz für ein „Bett“. Der Flur vor den Zellen war aber noch enger. Wer sich hier bewegen musste, hatte es wirklich schwer. Ich würde jetzt im nachhinein schätzen, dass der Flur vielleicht 1 Meter, maximal aber 1,5 Meter breit war. Dir durfte also niemand entgegen kommen, wenn du auf dem wirklich kleinen und engen Flur unterwegs warst.

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4 Kommentare
  1. Janina schreibt:

    Hey alles was ich bis jetzt gesehen habe war ziemlich weit weg hast du atikel für mich die in kreis aachen liegen?

    1. Christian schreibt:

      Hey Janina,

      die Lost Places in Belgien kommen dem am nächsten 😉 Aachen liegt ja direkt um die Ecke 😉

      Grüße,
      Christian

  2. Bianca schreibt:

    Hi Christian! Grooooßes Kompliment!! Ich finde deine Seite und deine Fotos echt super und ich bin schwer begeistert!! ♥♥♥ Ich schreibe seit 4 1/2 Jahren meinen Blog „Biancas Wohnlust“. Naja, wie der Name schon sagt, hauptsächlich schreibe ich über Interior und stelle Fotos unserer eigenen vier Wände ins Netz. 🙂 Diese Woche waren wir in Montzen/Belgien. Ich war zuletzt 2007 dort. Schade, dass mittlerweile keine alten Waggons mehr dort stehen. Dennoch war ich begeistert. Deine Kasernen Fotos finde ich mega und ich würde sooo gerne wissen, wo genau die Kaserne zu finden ist. Würdest du es mir verraten?!?!?!? :-))
    Viele Grüße,
    Bianca

    1. Christian schreibt:

      Hallo Bianca,

      wie immer gilt: Locations gebe ich nicht raus 😉 Ist eben der Urbexer-Codex 😉
      Aber danke für dein Lob! 🙂

      Liebe Grüße,
      Christian

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