Das Geisterdorf Immerath

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Verlassene Gebäude sind die eine Sache – aber sich ein ganzes verlassenes Dorf anzuschauen die andere! Es gibt tatsächlich Dörfer und Städte, die verlassen sind, so wie das Dorf Immerath in NRW. Immerath gehört seit 1972 zu Erkelenz und kaum noch Einwohner. Wenn man durch die Straßen dieses Dorfes geht, denkt man, man wäre in einem schlechten Horrorfilm. Denn: Hier gehen keine Bürger, die Straßen sind leergefegt, die Geschäfte haben rund um die Uhr geschlossen und auch Autos sieht man so gut wie keine.

Immer wieder zieht das verlassene Dorf Immerath Menschen an. Weil hier nur noch eine Handvoll Menschen wohnen. Das hat einen Grund: Das Dorf wurde umgesiedelt. Seit 2006 hat man begonnen das Dorf umzusiedeln und woanders praktisch neu zu errichten. 2016 soll die Umsiedlung komplett abgeschlossen sein, dann geht es den gesamten Gebäuden und Straßen an den Leim und werden abgerissen. Doch warum tut man sowas?

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Immerath wird umgesiedelt – wegen der Braunkohle

Ein leerstehendes Dorf hat natürlich auch mich angezogen. Damals noch ohne Kamera unterwegs, dachte ich mir, es wäre sowieso viel schöner das Dorf ein wenig aus der Luft zu zeigen. Also Aufnahmen mit einem Quadrocopter gemacht. Immerath hat ein trauriges Schicksal: Hier soll 2017 Braunkohle gefördert und abgebaut werden, weshalb man das Dorf abreissen lässt. Die Einwohner werden bzw. wurden umgesiedelt, haben ein neues Dorf bekommen, welches sich Immerath (Neu) nennt. Somit durfte man auch den Namen des Dorfes behalten. Wenn ich mir vorstelle, dass ich mir irgendwo ein Grundstück kaufe, ein Haus baue und eine Familie gründen möchte, dann aber jemand kommt und sagt: „Dein Grundstück liegt auf Braunkohle die wir gerne abbauen möchten, wir möchten dein Grundstück haben“ – dann wird mir komisch. Denn man baut sich etwas mit eigenen Händen und Füßen auf, plant eine Zukunft und dann soll ich weichen für die Braunkohle.

Häuser und Gebäude sind abgeschlossen, Fabriken ebenso. Es gibt keine Autos die auf den Straßen rumstehen. Man trifft selten Menschen – und wenn, dann sind dies meistens andere Urbexer oder der Wachdienst des Dorfes. Denn über das Dorf wacht ein Wachschutz, welcher es ernst nimmt, dass man keine Gebäude oder Grundstücke betritt. Da es kaum noch Einwohner in Immerath gibt, bitte auch ich dich bei deinem Besuch dich ruhig zu verhalten und nicht auf Grundstücke zu gehen. Es gibt immer noch das ein oder andere Haus, in denen Menschen leben. Und denen sollst du keinen Schrecken einjagen.

Die Bagger kommen: Immerath wurde für die Braunkohleförderung umgesiedelt
Die Bagger kommen: Immerath wurde für die Braunkohleförderung umgesiedelt

Die Kirche von Immerath wurde schon längst entwidmet. Der sogenannte Immerather Dom wurde am 23. Oktober 2013 entwidmet. Abgerissen ist die Kirche aber noch nicht. Betreten werde kann sie aber nicht. Ich denke, dass die Kirche erst 2016 abgerissen wird, da Immerath von den großen Baggern erst 2017 betroffen ist. Anders sieht es beim Krankenhaus Immerath aus: Hier geht man ein wenig schneller vor. Das Krankenhaus von Immerath wurde in die Abbruchplanungen 2013/2014 aufgenommen, so dass ich denke dass es mit dem Abbruch schnell gehen wird. Als Grund kann man hierfür die Anziehung eines solchen Lost Places nehmen. Immer wieder betreten unbefugte das Gelände und Gebäude – was Gefährlich sein kann. Es ist verboten das Krankenhaus zu betreten und wird scharf bewacht.

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14 Kommentare
  1. Ralph schreibt:

    Hallo,
    weiß jemand welche Dörfer man im TagebauGebiet Garzweiler aktuell noch besuchen kann?

    1. Irma schreibt:

      Hallo Ralph,

      ja den Ort kann man jetzt noch besuchen, am 8. Januar wird die Kirche abgetragen, dann geht es wahrscheinlich nicht mehr lange… 🙁

      Gruß Irma

    2. Sy schreibt:

      Den Ort gibt es noch,er wird aber immer weniger.Die wundervolle Kirche wurde am 8.1.18 abgerissen,schade.Bitte nicht nach 17 Uhr in den Ort I.,die Kennzeichen werden notiert.

  2. Saskia schreibt:

    Hallo,
    Ist es noch möglich diesen Ort zu sehen oder ist er bereits abgerissen?

    1. Christian schreibt:

      Hey Saskia,

      dass ist eine gute Frage, die ich dir gerne beantworten würde, aber leider nicht kann. Den aktuellen Stand von Immerath kenne ich leider nicht 🙁

      Grüße,
      Christian

      1. Silke schreibt:

        Wir haben uns gerade Immenrath angesehen und das Dorf steht überwiegend noch…. Alle Gebäude sind verbarrikadiert und gegen Vandalismus geschützt und ein Sicherheitsdienst fährt Patrouille. Gruselig !

  3. Zebra1902 schreibt:

    Hey!
    Erst einmal: Cooler Bericht!
    Werde in den nächsten Tagen auch mal dort vorbei schauen, in der Hoffnung, dass es noch einiges zu sehen gibt.
    Wie sieht es da mit der Zufahrt bzw dem Wachdienst aus? Also darf man da einfach rein fahren und irgendwo parken und etwas herumlaufen (nur gucken, nirgends einsteigen oder so) ? Habe nämlich keine Lust, dass mein Nummernschild aufgeschrieben wird o.ä.

    Danke und Grüße

    1. Christian schreibt:

      Hey Zebra,

      ob Immerath noch steht, wage ich zu bezweifeln. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass der Abriss in vollen Zügen ist. Was es mit dem Sicherheitsdienst auf sich hat, kann ich nicht sagen! Die einen sagen, dass er sie weggeschickt hat, die anderen sagen dass er nur kontrolliert dass man nirgends einsteigt. Bei uns war damals kein Sicherheitsdienst zu sehen, wir sind aber auch nirgends eingestiegen, sondern nur durch das Dorf gegangen.

      Gruß,
      Christian

      1. Piet schreibt:

        Steht noch…. die Umlegung der Autobahn ist aktuell noch wichtiger, dann erst das Dorf. Die Kirche kann man von der A61 sehen…

  4. Chris B schreibt:

    Gestern bin ich noch in Immerath gewesen und der Sicherheitsdienst fährt gerade am Wochende verstärkt Streife, unteranderem wegen des Andrangs von Drohnen – Besitzer, die dort ihre Drohnen steigen lassen.
    Zu Fuß durchs Dorf zu gehen ist nur geduldet, denn das Dörfchen ist Privatgelände von RWE. Die Durchfahrt mit einem PKW ist verboten und dementsprechend auch mit Schildern gekennzeichnet.

    Ich habe mir vorher von RWE eine schriftliche Genehmigung eingeholt, dass ich zu Privatzwecken Filmaufnahmen mit einer Drohne machen darf. Diese war für diesen Samstag den 2. Sep.17 ausgestellt und konnte bis auf zwei Einschränkungen meine Aufnahmen machen. Es gibt dort noch einige Bewohner bzw. Landwirte über deren Grundstücke ich nicht überfliegen durfte, weil sie da noch wohnen.

    Es ist schon echt traurig, was der Mensch in der heutigen Zeit immer noch antut. Ich empfehle jedem der an dem Tagbau Garzweiler vorbei fährt, sich die Zeit zu nehmen um zum Aussichtspunkt von RWE zufahren und einen Blick in den Tagebau – Grube zu werfen. Man steht keine 5 Meter vom Abgrund entfernt und blickt in ein unfassbares rießiges schwarzes Loch. Man kannes mit Worten nicht beschreiben, was für einen Schaden wir dort anrichten. Wie gesagt, man muss es gesehen haben.

  5. Sabrina schreibt:

    Also ich war letztens dort gewesen die meisten Gebäude stehen noch die reißen schon die Kirche ab und von 17 Uhr bis 6 Uhr morgens ist Sperrzone also keine durch Fahrt möglich

  6. Besucher schreibt:

    Ich war heute in Immerath. Es stehen immer noch viele Häuser sowie die Kirche und laut einiger Anwesender wohnen auch noch ein paar Leute dort.
    Tagsüber kann der Ort ganz normal betreten und befahren werden. Es gibt keinerlei Beschränkungen/Verbote, kein Hinweis darauf dass der Ort selbst Privatgelände (RWE) ist. Die noch vorhandenen Grundstücke natürlich ausgenommen. Man kann ganz normal durch den Ort hindurchfahren und es ist NICHT verboten.
    Wachdienst ist anwesend und patroulliert durch den Ort.
    Per Verkehrszeichen VERBOTEN ist die Zufahrt zum Ort (schon ab der jeweils nächsten Abzweigung) zwischen 17 und 6 Uhr. Um kurz vor 17 Uhr hat der Wachdienst entsprechend die anwesenden Besucher mit Autos aufgefordert, wegzufahren. Ich hatte am Ortsrand auf einem Parkplatz geparkt und wurde um 17:06 bereits vom Wachdienst angesprochen. 100m von meinem Auto entfernt, ich wollte gerade fahren. Man fragte ob das mein Auto sei und es sei verboten, und nur ausnahmsweise werde man mich nicht aufschreiben wenn ich sofort wegfahre. Nach 17 Uhr ist eben nach 17 Uhr.
    Wie gesagt einen Hinweis auf Privatgelände konnte ich nirgends finden, es ist m.E öffentlicher Straßenraum, wo es eben eine zeitliche Beschränkung der Durchfahrt gibt.
    Dass der Wachdienst sein Hausrecht dort sicher umsetzen kann mag korrekt sein und die Jungs waren auch durchaus nett. Also alles in Ordnung, solange der Ortsrest noch steht sollte man also nochmal vorbeischauen.

    Im (ehemals) angrenzenden Ort Borschemich ist leider (außer einem Verkehrszeichen und einem Begrenzungspfahl) nichts mehr übrig. Nichts mehr vorhanden und die Schaufeln des Kohlebaggers fressen sich hindurch.

  7. Lena schreibt:

    bin am Samstag nochmal in der Gegend, da meine Eltern in Erkelenz wohnen und kann dann mal berichten in wie weit es sich noch lohnt den Ort bzw andere dort zu besuchen. Früher war ich oft in Immerath, da ein paar meiner Schulfreunde dort gewohnt haben. Nachdem so gut wie alle umgesiedelt haben war natürlich auch der Reiz groß sich das alte Krankenhaus anzusehen. Wir waren mal mit ein paar Leuten drinnen (ein Fenster hinter einem Busch war offen) und es war eher unspektakulär. Der Durchgang zum alten Kloster war nicht möglich. Im unteren Teil des Klosters hatte jemand eine Kunstsammlung, vermutlich ein Anwohner von nebenan. (Konnte man durch ein Fenster von außen sehen)

    Wer schon mal in der Gegend ist, sollte sich aber mal die Kent School in Waldniel Hostert ansehen. Mittlerweile ist sie glaube ich sehr bewacht. Früher gab es am Zaun ein Schild mit einer E-Mail Adresse an der man Touren erfragen konnte. Damals gab es für uns eine umsonst, ob das heute noch so ist weiß ich leider nicht aber ein Versuch wäre es ja vielleicht.

    1. Christian schreibt:

      Die Kent School ist nicht nur bewacht, sondern werden dort auch aktive Touren angeboten, die man „mieten“ kann: http://www.kent-school.de/

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