10 einfache Tipps wie du verlassene Orte findest!

Die Villa Woodstock in Wuppertal wahr ein Zufallsfund durch offenhalten der Augen
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Immer wieder werde ich gefragt: „Christian, kannst du mir sagen wo das Gebäude XY steht?“ oder „Christian, ich frage dich per private Nachricht weil du deine verlassenen Orte nicht öffentlich teilst. Gib mir bitte die Adresse zu Location XY“. Und so weiter. Obwohl ich so häufig sage, dass ich meine Orte nicht rausgebe, wird trotzdem gefragt. Wem kann man es auch verübeln: Verlassene Orte sind toll, doch nicht jeder findet sie. Und fragen kostet nichts. Damit du in Zukunft eigene verlassene Orte findest, möchte ich dir XX Tipps geben, wie du verlassene Orte findest!

Zur Urban Exploration gehört nicht nur das erkunden verlassener Orte, sondern auch das recherchieren und das suchen. Wo finde ich einen Lost Place? Wo ist ein möglicher Eingang? Um was für ein Gebäude handelt es sich? All solche Fragen und die Suche nach der Lösung machen unser Hobby aus. Einen Ort mitgeteilt bekommen und ihn dann einfach nur zu besuchen ist mit Sicherheit auch was tolles und super einfach, aber ich mag es auch danach zu recherchieren.

10 einfache Tipps, wie du verlassene Orte findest!

Nun möchte ich dir ein paar Tipps geben, wie auch du in Zukunft verlassene Orte findest. Und das ohne großartigen Aufwand zu betreiben. Es sind alles Dinge, die man mit Leichtigkeit erledigen kann und dich auch nicht sonderlich viel Zeit kosten. Und ja, auch ich finde so meine verlassenen und vergessenen Orte!

1. Halte im Alltag die Augen offen

Der erste und in meinen Augen wichtigste Tipp ist: Halte im Alltag die Augen offen! Wenn du zur Schule oder zur Arbeit gehst, wenn du dich mit Freunden triffst oder wenn du mit aus anderen Gründen draußen unterwegs bist, läufst du wahrscheinlich an mehr verlassenen Orten vorbei als du denkst. Du nimmst sie nur nicht wahr. Denn: Du konzentrierst dich auf andere Dinge, spielst mit deinem Handy oder bist schlichtweg in der Unterhaltung mit anderen Personen vertieft.

Wenn du ein wenig auf deine Umwelt achtest und dir die Gebäude in der Umgebung genauer anschaust, wird dir auffallen dass nicht mehr alle intakt sind. Einige davon werden zwar wie ein Lost Place aussehen, sind dann aber keiner. Einige wenige davon aber schon – und schon hast du einen verlassenen Ort gefunden, den du erkunden kannst. Mein Tipp: Wenn du einen Ort gefunden hast, speichere dir den Standort in deinem Handy ab. Straßenname oder direkt als Pin in einer Maps-App – völlig egal. Hauptsache du weißt später noch, wo dieses Gebäude war.

Die Villa Woodstock in Wuppertal wahr ein Zufallsfund durch offenhalten der Augen
Die Villa Woodstock in Wuppertal wahr ein Zufallsfund durch offenhalten der Augen

2. Sprich mit Freunden und Bekannten über dein Hobby

Ich habe viele Freunde und Bekannte die nicht in meiner Heimatstadt Wuppertal leben. Das spielt mir natürlich in die Karten, denn immer wenn ich irgendjemandem von meinem Hobby und meiner Liebe zu verlassenen Gebäude erzähle, bekomme ich ständig neue Locations genannt. Das liegt einfach daran, dass diese Personen sich in ihrer Umgebung auskennen und teilweise wissen wo verlassene Gebäude stehen – und welche verlassen sein könnten.

Deswegen frage ich häufig meine Freunde und Bekannte aus anderen Städten, schon bevor ich weiß dass ich sie besuchen werde. So kann ich dann bei meinem Besuch ein paar Extra-Stunden einplanen oder gar einen Extra-Tag. Denn das erkunden eines verlassenen Gebäudes kostet viel Zeit.

Über Freunde habe ich von diesem verlassenen Dorf gehört
Über Freunde habe ich von diesem verlassenen Dorf gehört

3. Verbinde dich mit anderen Urbex-Fotografen

Es kann durchaus hilfreich sein, sich mit anderen Urbex-Fotografen zu verbinden. Schließlich kennen sie auch vergessene Orte und haben diese auch schon fotografiert. Dir sollte allerdings klar sein, dass wenn du dich mit ihnen verbindest und direkt nach einem Ort fragst, du kein Erfolg haben wirst. Urbexer geben ihre Locations nicht einfach so raus – teilweise sogar gar nicht. Es muss vertrauen da sein, dass die andere Person wirklich nur Fotos schießt und den Ort erkundet. Und man muss sich gegenseitig helfen können. Wir Urbexer sind schließlich eine Community.

Es gibt auf Facebook einige Urbex-Gruppen in denen ich selber auch aktiv bin und immer mal wieder Fotos veröffentliche. Um anderen ebenfalls schöne Orte zu zeigen. Der Vorteil ist, dass so auch Menschen auf einen zukommen und man sich austauschen kann. Folgend habe ich dir ein paar Facebook-Gruppen verlinkt, in denen sich es lohnt aktiv zu sein:

Du solltest berücksichtigen, dass die meisten dieser Gruppen geschlossen sind. Du kannst ihnen nicht einfach so beitreten, sondern muss ein Administrator dich freischalten. Das wird gemacht, um zu überprüfen wer in die Gruppe kommt und wer nicht. Eine ziemlich gute Möglichkeit, um sich vor Spam zu schützen. Aber meistens hat man, sofern am Profil erkennbar ist, dass man eine ordentliche Person ist, keine Probleme mit dem Beitritt.

Ich empfehle dir auch, nicht öffentlich nach Locations zu fragen. Diese Posts werden aus den Gruppen meistens sehr schnell gelöscht. Zumal du dir mit solchen Posts auch sehr schnell den Zorn anderer Mitglieder auf dich ziehen kannst. Und noch ein Tipp: Auch wenn diese Gruppen geschlossen sind, haben Adressangaben dort nichts verloren! Das führt meistens zum Ausschluss solcher Gruppen.

4. Suche gezielt in Gegenden, an denen du verlassene Orte vermutest

Oftmals hat man ja einen Riecher für seine Heimatstadt bzw. seinen Wohnort. Und dann hat man meistens auch einen Überblick, wie es in verschiedenen Gegenden so aussieht. Deswegen bin ich manchmal gezielt unterwegs zur Recherche und schaue in bestimmten Gebieten, ob dort nicht einige verlassene Orte sind. Manchmal mache ich, wenn ich sowieso unterwegs bin, einen kleinen Abstecher und schaue dann nach.

Es gibt viele solcher Gebiete, in denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass man einen Lost Place findet. Zum Beispiel in Industriegebieten. Dort findet man nicht selten eine Industrieruine, die man erkunden kann.

Die alte Papierfabrik vermutete ich in einem Industriegebiet - und lag richtig!
Die alte Papierfabrik vermutete ich in einem Industriegebiet – und lag richtig!

5. Lese Regionalmedien

Um Lost Places in der eigenen Umgebung zu finden, lohnt es sich häufig in den Regionalmedien zu lesen. Dort findest du nämlich sehr häufig Hinweise auf Ruinen und leerstehende Häuser/Villen. Zwar gibt es in den Zeitungen keine Sektion mit „Industrieruinen“, aber ab und zu gibt es Artikel, in denen diese erwähnt werden, weil es vielleicht einen neuen Eigentümer gibt oder weil geplant ist sie abzureissen. Oder weil sich einfach nur Anwohner oder Bewohner der Stadt über diesen „Schandfleck“ ärgern.

6. Geocaching mit Lost Places

Geocaching ist ein großes Thema in Deutschland geworden – oder ich habe es erst in den letzten Jahren so richtig wahrgenommen. Immer mehr Menschen gehen auf die „Schatzsuche“ und suchen Caches auf um dort fündig zu werden. Was viele gar nicht wissen: Auch dort gibt es verlassene Orte zu entdecken. Es gibt einige Caches in verlassenen Orten, wie zum Beispiel an Industrieruinen – oder gar drinnen.

Es lohnt sich also auch immer wieder ein Blick in Geocaching-Foren. Oder noch besser: Selber Geocacher zu werden und die verlassenen Orte zu erkunden und gleichzeitig Caches zu finden. Auch ich habe schon an ein paar Locations ein Cache gefunden, ohne überhaupt aktiv auf der Suche gewesen zu sein.

7. Bilder anschauen und auf Hinweise achten

Ich bin ganz ehrlich: Ich habe schon Lost Places gefunden die ich nicht kannte, alleine durch harte Recherche. So habe ich mal ein verlassene Krankenhaus gefunden, nur indem ich Bilder verglichen und genau angesehen habe. Auf einem Bild waren Kirchtürme zu sehen. Nach denen ich dann recherchiert habe. So habe ich den Ort des Krankenhauses gefunden und anschließend auch die genaue Adresse. Das ist nicht immer leicht und kostet teilweise Stunden oder gar Tage an Arbeit. Aber wenn man den Ort dann gefunden hat, ist man umso glücklicher.

Und deshalb ist dies auch ein Tipp von mir: Schau dir Bilder in Facebook-Gruppen und Urbex-Foren genau an, achte auf kleine Hinweise und recherchier. Das braucht Übung und Zeit, aber das gehört eben auch zu unserem Hobby. Und macht es auch so interessant. Das gute ist, dass du so auch an verlassene Orte kommst, die nicht so bekannt sind wie zum Beispiel das Lycee V oder das Continental Werk in Hannover.

Das alte Kloster habe ich durch Hinweise anderer Fotos gefunden
Das alte Kloster habe ich durch Hinweise anderer Fotos gefunden

8. Sei in Urbex-Foren aktiv

Seitdem es das Internet gibt, gibt es auch Foren. Virtuelle Orte an denen man sich mit gleichgesinnten Menschen austauscht. Ob es nun Fotografie-Foren oder Urbex-Foren sind: Sie können sehr hilfreich auf der Suche nach verlassenen Orten sein. In Fotografie-Foren zum Beispiel findet man Fotografen. Und unter diesen gibt es nicht nur Landschafts-Fotografen oder Porträt-Fotografen, sondern auch die, die verlassene Orte fotografieren. Mit diesen kannst du dich wunderbar austauschen.

Noch besser ist es natürlich in Urbex-Foren. Davon gibt es nicht so viele wie für andere Themen, aber es gibt sie. Dort findet man gleichgesinnte Personen, die auch die Schönheit des Verfalls lieben und vergessene Orte erkunden. Ein idealer Platz zum austauschen also!

Hier ein paar Urbex-Foren:

Auch hier gilt, wie in den Facebook-Gruppen: Eine öffentliche Anfrage nach Lost Places bringt nichts, außer vielleicht Löschung des Threads und eventuell sogar die Löschung deines Accounts. Es empfiehlt sich eher langsam an die Sache ranzugehen, aktiv zu sein, Fotos zu posten und sich mit anderen auszutauschen.

9. Google Earth benutzen

Ehrlich gesagt mach ich das extrem selten. Aber es kann auch zum Erfolg führen. Wenn du zum Beispiel nicht die Zeit hast, in bestimmten Gebieten herumzufahren, kannst du mit Google Earth von zu Hause aus diese Orte betrachten. Man erkennt oftmals ob es sich um ein intaktes Gebäude handelt oder um eine Ruine. Allerdings sollte man hier Bedenken, dass die Bilder nicht alle aktuell sind. Das heißt, dass du – wenn du einen möglichen verlassenen Ort gefunden hast – auch nochmal zur Absicherung vorbeifahren solltest um sicherzugehen, dass es sich wirklich um einen verlassenen Ort handelt.

10. Nutze Google

Wir alle kennen Google und nutzen es ständig. Wieso also nicht auch zur Recherche von vergessenen Orten? Ich habe schon so viele Infos über verlassene Orte über die Suchmaschine gefunden, dass dies wohl mein Geheimtipp wäre. Natürlich sind hier sehr beliebte Suchbegriffe solche wie „Lost Places NRW“, „Lost Places Rheinland-Pfalz“ oder auch „Lost Places Niedersachen“ – allerdings darf man sich von solchen Suchbegriffen nicht zu viel erhoffen. Schließlich gibt kein Urbexer einfach so seine Orte raus. Man sollte schon ein wenig kreativ werden und vielleicht auch gezielter Suchen, um erfolgreich Lost Places über Google finden zu können.

Fazit: 10 gute Tipps wie du Lost Places findest!

Viele der genannten Tipps wende ich selber an, zum Beispiel die Nutzung von Google, Facebook Gruppen oder einfach das Fragen im Freundeskreis und Bekanntenkreis. Es gibt wahrscheinlich noch viel mehr Möglichkeiten wie man verlassene Orte findet, doch nicht alle sind brauchbar und viele sind auch einfach nur Zeitverschwendung. Zum Beispiel halte ich nichts davon, in Insolvenz-Meldungen zu schauen. Denn oftmals sind Gebäude nur gepachtet und werden anschließend direkt renoviert oder verkauft. Es gibt deutlich erfolgsversprechendere Methoden, zum Beispiel der Austausch mit anderen Urbexern. Wie dem auch sei: Die Recherche gehört zu unserem Hobby und macht – mir zumindest – auch viel Spaß! Und du solltest dir auch Zeit nehmen, weitere verlassene Orte zu finden, statt auf die Antwort anderer Urbexer zu hoffen, nachdem man einfach nur nett angefragt hat.

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