Lightroom Tipp #006: HDR-Bild zusammenfügen

Mein fertiges HDR-Foto aus Adobe Lightroom
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HDR-Fotos sind was tollen: Sie bieten einen viel größeren Dynamikumfang und somit einen besonders tollen Look. Doch HDR-Fotos macht man nicht mal eben so. Es werden verschiedene Belichtungen benötigt, um den hohen Dynamikumfang überhaupt darstellen zu können. In der Grundversion braucht man drei Stück: Ein überbelichtetes Foto, ein korrekt belichtetes Foto und ein unterbelichtetes Foto. Und dann? Dann entwickelt man es einfach in Adobe Lightroom! In diesem Adobe Lightroom Tipp zeige ich dir, wie du einen HDR-Bild in Adobe Lightroom entwickelst.

Adobe hat in Lightroom eine Funktion eingebunden, mit der es möglich ist, Bilder zu HDR-Bildern zu entwickeln. Aber nur, wenn man verschiedene Belichtungen zur Hand hat, denn diese braucht man unbedingt. Schließlich geht es darum, dunkle Bereiche sichtbarer zu machen und zu helle Bereiche eines Bilds ebenfalls sichtbarer zu machen. Dafür braucht man wie gesagt drei verschiedene Belichtungen:

  • Ein unterbelichtetes Bild
  • Ein überbelichtetes Bild
  • Ein korrekt belichtetes Bild

Hat man diese drei Bilder, die natürlich aus der gleichen Perspektive geschossen sein müssen, da sie ja praktisch „übereinander gelegt“ werden. Positiv an der Lightroom HDR-Funktion ist, dass es nicht nur mit JPEG-Bildern funktioniert, sondern auch mit RAW-Bildern.

So fügst du die Bilder in Lightroom zu einem HDR-Bild zusammen

Als Beispiel habe ich nun Bilder rausgesucht, die ich in der Schlauchfabrik gemacht habe. Dort habe ich an einigen Stellen mehrere Shots von einem Motiv gemacht, bei denen ich dachte: „Oh, das kommt bestimmt als HDR cool“ – also habe ich verschiedene Belichtungen eingestellt. Für diesen Beitrag nehme ich mal das Motiv eines alten Ventilators, der auf einer Fensterbank stand. Fand ich ganz nett und da an diesem Tag die Sonne geschienen hat, war der Hintergrund recht hell. Aber: ich wollte als Hintergrund die Mauer des gegenüberliegenden Gebäudes haben – was aber nur dann geht, wenn man die Belichtung runterschraubt. Dann wird aber der Ventilator nicht detailreich dargestellt. Lösung: HDR! Und dafür nutze ich Lightroom.

Das überbelichtete Bild, welches Bestand des HDRs wird
Das überbelichtete Bild, welches Bestand des HDRs wird

Ich habe ziemlich viele Fotos mit verschiedenen Belichtungen gemacht, nehme aber nur drei Stück. Eines davon siehst du oben, und zwar das überbelichtete Bild, auf dem der Ventilator schön detailreich zu sehen ist, die Mauer im Hintergrund aber viel zu viel Licht abwirft. Kein Problem, dafür nehmen wir das unterbelichtete Bild. Da sieht man die Mauer sehr schön, aber leider nicht den Ventilator. Das unterbelichtete Bild siehst du unten.

Dunkel, aber wird schon: Dieses Bild ist Bestandteil vom HDR-Foto
Dunkel, aber wird schon: Dieses Bild ist Bestandteil vom HDR-Foto

Auf gehts: Ich wähle ein drittes Bild auf, welches „korrekt“ belichtet ist und wähle alle drei Bilder aus. Anschließend wähle ich im Menü „Foto“ und anschließend „Zusammenfügen von Fotos“. Dann klicke ich auf „HDR“ – das ist ja schließlich dass was ich möchte 😉

Nun öffnet sich ein neues Fenster, in dem die Vorschau des HDR-Bildes angezeigt wird. Je nach Rechenleistung deines Computers oder Macs kann es ein paar Sekunden oder wenige Minuten dauern, bis Adobe Lightroom das Bild zusammengesetzt hat. In diesem Fenster bekommst du aber nicht nur die Vorschau angezeigt, sondern hast auch ein paar Bearbeitungsoptionen, wie zum Beispiel die „Geistereffektbeseitigung“. Diese ist eigentlich nur dafür da, wenn Bewegungen während der Aufnahme stattgefunden haben. Das kann immer passieren, selbst wenn man via Fernauslöser aufnimmt. Alleine die Bewegung des Spiegels in einer DSLR kann eine minimale Bewegung herbeiführen, die zu winzig kleinen unterschiedenen in den Belichtungsreihen führen. Diese können dann einfach mit der „Geistereffektbeseitigung“ beseitigt werden. Vollkommen automatisch von Lightroom. Ich habe diese Option immer auf „Hoch“ stehen, obwohl ich mit einem Stativ meine Fotos schieße. Damit komme ich einfach zu den besten Ergebnissen.

Ein HDR-Bild in Lightroom aus drei verschiedenen Belichtungen
Ein HDR-Bild in Lightroom aus drei verschiedenen Belichtungen

Bilder können außerdem von Lightroom automatisch ausgerichtet werden. Das habe ich auch immer aktiviert. Falls kleine Bewegungen da sind, richtet Lightroom das Bild automatisch aus. Finde ich eine klasse Option. Dann gibt es noch den Punkt „Automatischer Tonwert“. Oft habe ich sie aktiviert, weil Lightroom so versucht das beste aus dem HDR-Bild rauszuholen. Wer fortgeschritten mit Lightroom und der Bildbearbeitung ist, der kann den Tonwert natürlich auch manuell einstellen und so sein Bild vollkommen manuell bearbeiten und versuchen das beste rauszuholen. Jeder hat ja auch seinen eigenen Stil und seinen eigenen Look 🙂

Hat man das Bild zusammengefügt und hat die Grundeinstellungen für das HDR-Bild getroffen, klickt man einfach nur noch auf „Zusammenfügen“ und lässt Lightroom die restliche Arbeit machen. Anschließend wird es nämlich durchgerechnet und abgespeichert – in der gleichen Sammlung in der man die Fotos aus der Belichtungsreihe auch gespeichert bzw. einsortiert hat.

Wer möchte, kann anschließend noch weiter bearbeiten, denn Lightroom macht ja nicht einfach ein JPEG-Datei aus dem HDR, sondern bietet genau die gleichen Möglichkeiten zur Bearbeitung wie auch bei allen anderen Fotos auch. Man muss sich mit dem Ergebnis also nicht zufrieden geben, sondern kann dem Bild noch seine ganz eigene Note verpassen. Ich für meinen Teil lasse die HDR-Fotos nie so, wie Lightroom sie mir als HDR ausgibt, sondern bearbeite sie noch so lange, bis sie mir persönlich gefallen.

Mein fertiges HDR-Foto aus Adobe Lightroom
Mein fertiges HDR-Foto aus Adobe Lightroom

Und dann? Dann ist das Foto fertig. Ich zum Beispiel spiele gerne mit dem Wert „Klarheit“. Irgendwie mag ich bei einigen Bildern den Look, wenn die Klarheit völlig überzogen ist. Auch begradigen dank der Upright-Funktion von Lightroom ist für mich eine Aufgabe, die ich mache. Über diesem Absatz siehst du mein fertiges Bild aus meinem Beispiel. Wie gefällt es dir?

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1 Kommentar
  1. Micka schreibt:

    Hi Christian,

    perfekt, danke für den Tipp. Das Lightroom das kann war mir gar nicht bewußt. Sehr hilfreich!

    Grüße
    Micka

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