Wie ich mich auf einen Lost Place vorbereite

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Es ist Osterzeit. Genau deswegen habe ich mal ein paar Minuten, hier wieder für neue Inhalte zu sorgen. Ich möchte heute einen kleinen Einblick darüber geben, wie ich mich auf eine Lost Place Tour vorbereite. Die einen packen sich ihre Sachen und ziehen los. Es gibt andere, die packen ihre Sachen und verlassen sich auf die anderen. Und dann gibt es Leute wie mich, die ständig in Kontakt mit anderen Urbexern sind, sich viel austauschen und sehr organisiert sind.

Ich bin ein sehr organisierter Mensch. Deswegen bereite ich mich auch auf jede Tour vor. Angefangen bei der Planung der fahrt (gut, dafür habe ich ein Navi) bis hin zu „sind alle Akkus geladen, ist alles funktionstüchtig und was nehme ich überhaupt mit“. Ich schaue mir vorher Fotos von Lost Places an, sofern es diese gibt. Nicht selten kommt es nämlich vor, dass ich Locations tausche und daher auch schon den ein oder anderen Ort auf Bildern gesehen habe.

Schritt 1: Locations organisieren

Wenn ich eine Location habe, zu der ich unbedingt möchte, schaue ich natürlich wo sich diese befindet. Macht man vielleicht eine Tour daraus, die mehrere Tage dauert? Oder fährt man morgens hin und abends wieder zurück? Oder befindet sie sich sogar direkt bei mir in der Umgebung? Das ist für mich wichtig zu wissen, denn wenn ich eine weitere Strecke auf mich nehme, kostet mich dass nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Essen, trinken, Sprit und so weiter. Dann versuche ich meistens in der Umgebung des Lost Places weitere Locations ausfindig zu machen – für den Notfall! Stell dir mal vor, du stehst vor einer Location aber findest keinen Eingang. Was tust du dann? Genau: Gar nicht erst lange suchen, denn dass ist auffällig. Dann lieber weiterziehen und alternative Locations abklappern. Wenn ich Locations tausche, versuche ich meistens direkt zu klären wo sich der Eingang befindet. Einfach um nicht lange suchen zu müssen.

Ich suche mir also Locations raus, die in der Umgebung sind, versuche direkt abzuklären wo die Eingänge sind. Wenn es keine Locations in der Umgebung gibt, versuche ich wenigstens auf dem Weg liegende Locations zu finden. Einfach falls man in eine Location nicht reinkommt, man schneller durch ist als geplant oder irgendwas anderes schief geht.

Verwalten von Lost Places in Google Earth
Verwalten von Lost Places in Google Earth

Schritt 2: Was nehme ich mit?

Wenn ich die Lost Places kenne, überlege ich mir was ich mitnehme. Noch ist mein Equipment nicht so groß, aber man muss ja trotzdem im Kopf haben, was man mitnehmen möchte. Ich brauche in der Regel in Lost Places zum Beispiel kein Tele-Objektiv mit einer extremen Brennweite. Also lasse ich solche Objektive zu Hause. Das wäre nur zusätzliches Gewicht welches ich tragen müsste. Alles was überflüssig ist, fliegt aus dem Rucksack raus. Ich will ja nicht stundenlang einen viel zu schweren Rucksack mitnehmen.

Möchte ich von dem Ort ein Video drehen? Wenn ja: Aus welcher Perspektive? Vielleicht ein wenig Cinematisch? Oder doch aus der „Ich-Perspektive“? Wenn ich letzteres wähle, dann nehme ich zum Beispiel mein Kopfgurt für die GoPro mit. Die habe ich dann gemütlich auf dem Kopf, habe die Hände frei und drehe trotzdem ein Video. Der Zuschauer ist dann bei der „Begehung“ selbst dabei – so sieht es dann zumindest aus.

Zusätzliches Equipment muss man natürlich schauen. Taschenlampe, Speicherkarten, Stativ und so weiter. Die Liste ist lang. Eine Taschenlampe habe ich Grundsätzlich dabei, ich habe mir jetzt auch noch eine zweite bestellt, denn ihr wisst ja gar nicht wie oft es vorkommt dass irgendwer den man mit auf seinen Touren hat seine vergessen hat und dann meine nehmen möchte – weil er nichts sieht. Das regt einen irgendwann auf, weil man selber nichts mehr sieht und die Taschenlampe ständig rumgereicht wird. Ich glaube aber dass ich so ein persönliches Ding, weil ich mich auf die Touren vorbereite und manche sich eben auf andere verlassen.

Schritt 3: Was ist mit der Verpflegung?

Am Anfang habe ich das Thema eigentlich weniger beachtet, weil man nicht so lange unterwegs war. Mittlerweile kommt es aber vor, dass man deutlich länger unterwegs ist. Aus diesem Grund habe ich mir angewöhnt eine Flasche Wasser für mich im Auto zu haben. Wenn ich weiß, dass ich mit unvorbereiteten Leuten eine Tour mache, dann lege ich mir auch schonmal 2 oder 3 Flaschen Wasser ins Auto. Einfach für die anderen. Ich bin ja kein Unmensch. Es gibt nichts schlimmeres als eine Tour abzuschließen, zum Auto zu kommen und extrem Durst zu haben. Im Lost Place selber habe ich kein Proviant dabei. Es wäre nur zusätzliches Gewicht im Rucksack.

Bei meiner Planung für die Anreise und Abreise, die gar nicht mal groß ausfällt, schaue ich ab und zu auch, wo sich ein Fast-Foot Restaurant befindet. Das isst jeder und kann man sich dann mal eben schnell in den Mund schieben. Essen und trinken ist wichtig. Besonders wenn man den ganzen Tag unterwegs ist. Manchmal komme ich auch gar nicht dazu oder finde keine genauen Angaben. Dann fragt man sich durch oder geht auf die Suche wenn man unterwegs ist. Es muss ja auch nicht immer ein Fast Food Restaurant sein. Einmal war ich in Belgien durch Zufall in einen leckeren Imbiss gekommen, wo man wirklich leckere Burger essen konnte.

Aber es geht ja nicht unbedingt darum, dass man plant wo man essen geht. Sondern einfach dass man dran denkt. Und dann kommt der nächste Faktor: Bargeld. In vielen Geschäften kann man mittlerweile Bargeldlos bezahlen, in manchen nicht. Deswegen habe ich auf meiner Tour immer etwas Bargeld dabei. Keine großen Summen, sondern so, dass man was essen kann. Ich möchte hier keine Empfehlungen für Summen aussprechen, aber man sollte nicht zu viel und nicht zu wenig dabei haben. Genau so wie fürs Tanken. Mir ist es zum Beispiel mal passiert, dass das EC-Kartenlesegerät nicht funktioniert hat. Da hätte sich Bargeld echt nützlich gemacht. Jetzt bin ich schlauer.

Aus diesem Gläsern trinkt niemand mehr
Aus diesem Gläsern trinkt niemand mehr

Schritt 4: Wann fährt man los?

Kennt man die Anfahrtszeit und die Location, kann man ungefähr planen wann man losfährt. Ich fahre am liebsten am Vormittag oder am Mittag los. Da ist auf den Straßen am wenigsten los (so habe ich es im Gefühl) und ich habe noch den ganzen Tag Zeit. Man weiß ja nie, wie lange man sich in einem Lost Place aufhält und wie lange man überhaupt benötigt. Stau sollte man immer mit einplanen. Ich plane dann immer so, dass ich noch im hellen aus dem Lost Place rauskomme. Einfach zu meiner eigenen Sicherheit. Im Dunkeln im Lost Place: Muss nicht unbedingt sein.

Ich schätze die Zeit für einen Lost Place auch immer so auf rund 4 Stunden. Dass ist eine gute Zeit. Nicht dass man in jedem Lost Place 4 Stunden braucht, aber ich habe es auch schon geschafft, deutlich länger zu brauchen. Da haben wir uns nicht nur viel Zeit gelassen, sondern brauchten die Zeit auch für unsere Aufnahmen. Die Zeit in so einem Lost Place vergeht teilweise extrem schnell – dass sollte man nicht vergessen. Dazu kommt ja noch, dass man auf andere wartet (weil sie Fotos schießen und Videos drehen) und das man kleinere Pausen macht um den Lost Place auf sich wirken zu lassen oder sich Dinge genauer anzuschauen. Das sind alles Zeitfresser, die man aber mit einplanen sollte. Lieber zu früh losfahren und früh wieder zu Hause sein, statt zu spät losfahren und die Tour vorzeitig abbrechen zu müssen weil es dunkel wird.

Schritt 5: Alle Akkus geladen?

Bevor es dann losgeht, lade ich am Vortag alle Akkus und kontrolliere alles. Damit mich auf der Tour nichts im Stich lässt. Speicherkarten leer? Akkus voll? Funktioniert auch alles wie gewohnt? Nicht dass euch dann am Tag der Tour eine kaputte Taschenlampe in die Finger kommt. Oder die Kamera defekt ist. Dann ist man nämlich umsonst gefahren. Also lieber alles Gründlich kontrollieren und dann entspannt zur Lost Place Tour starten.

Und dann?

Dann geht es endlich los. Man fährt los, schaut sich einen Lost Place an, schießt tolle Fotos und kommt dann – so ich zumindest – Abends mit tollen Eindrücken und tollen Bildern auf der Kamera wieder nach Hause, kann sich entspannt hinlegen oder seine Fotos nochmal anschauen.

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