6 Tipps fürs aufnehmen wackelfreier Videos

0 1.675

Seitdem es Youtube gibt, werden Videos immer beliebter. Ich mein, sie sind schon sehr beliebt, aber mittlerweile dreht jeder Videos und lädt sie hoch. Das ist auch super, denn so bekommt man extrem viel Einblicke. Ich selber drehe für meinen Youtube-Kanal ja auch Videos von Lost Places und stand immer vor der Aufgabe, meine Videos zu verbessern. Was mir immer aufgefallen ist: Meine Videos sind verwackelt – da musste ich als gegensteuern. Verwackelte Videos stören nicht immer, aber man kann es halt besser machen. Ich möchte nun einige Tipps geben, wie du wackelfreier deine Videos aufnehmen kannst.

Es gibt verschiedene Wege, Videos zu stabilisieren. Grundsätzlich spaltet sich alles erst einmal in die Bereiche Software und Hardware. Während wir in der Post Production (Nachbearbeitung) die Möglichkeit haben unser verwackeltes Video mittels Programmen zu stabilisieren, gibt es aber schon beim aufnehmen der Videos auch die Möglichkeit weniger wackler im Video aufzunehmen. In diesem Beitrag möchte ich ein wenig auf die verschiedenen Möglichkeiten eingehen und dir vielleicht Tipps an die Hand geben, wie deine Videos deutlich wackelfreier sind.

Nutze eine möglichst geringe Brennweite

Wenn wir mal davon ausgehen dass wir mit einer DSLR (oder einer anderen Kamera) filmen, dann wählen wir eine möglichst geringe Brennweite. Warum? Je geringer die Brennweite ist, desto weniger fallen auch die Wackler auf. Wenn wir eine höhere Brennweite nutzen, dann werden die kleinsten Wackler die wir mit der Kamera machen zu extrem großen Wackler im Video – weil wir reingezoomt haben. Zwar muss man dann extrem nah an ein Motiv rangehen, aber es hilft, um deutlich geringere Wackler im Video zu haben.

Nutze eine möglichst geringe Brennweite für Videos mit der DSLR
Nutze eine möglichst geringe Brennweite für Videos mit der DSLR

Stabilisierung der Kamera durch den Tragegurt

Auch wenn meine Kamera größtenteils auf einem Stativ steht in Lost Places, so habe ich den Tragegurt an meiner Kamera angebracht. Das habe ich gemacht, falls ich Videos aufnehmen möchte. Der Tragegurt kann uns nämlich helfen, wackelfreie Aufnahmen zu machen – indem wir den Tragegurt um den Hals ziehen und die Kamera dann so weit wie es geht nach vorne halten bis der Gurt auf Spannung ist. Der Gurt sorgt dafür, dass wir das wackeln mit der Kamera reduzieren und so ruhigere aufnahmen machen können.

Wackelfreie aufnahmen dank Stativ

Das Stativ ist ebenfalls eine sehr gute Möglichkeit um deutlich ruhigere Videos aufzunehmen. Auf der einen Seite kannst du es für Schwenks benutzen. Dazu sollte Stativ natürlich feste stehen und ein ordentliches Gewicht haben, damit das Stativ selber nicht verwackelt. Aber auch für Zoom-Aufnahmen ist ein Stativ sehr gut geeignet. Oder für Aufnahmen, bei dem sich die Kamera selber nicht bewegen darf.

Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit, ruhigere Videos aufzunehmen mithilfe des Stativs: Lasse die Kamera am Stativ und nehme die Kamera in die Hand. Das Gewicht des Stativs zieht nach unten und sorgt dafür, dass du weniger während deiner Videoaufnahmen verwackelst. Alternativ kannst du auch das Stativ in die Hand nehmen, wobei ich eher der Freund bin, die Kamera in der Hand zu haben und das Gewicht des Stativs für eine Stabilisierung zu nutzen.

Ein Gimbal oder eine Steadicam sorgen für ruhigere Kamerafahrten

Kamerafahrten, bei denen die Kamera einen Weg entlang „fährt“ sind sehr beliebt. Aber: Wer die Kamera dabei in der Hand hält und dann beispielsweise einen Gang entlang läuft um diesen Aufzunehmen, der wird deutliche Wackler im Video haben – egal wie sehr man versucht die Kamera ruhig zu halten. Das Zauberwort sind Steadicams oder Gimbals. Steadicams sind auch gerne als „Schwebestative“ bekannt.

Bei einem Schwebestativ schnallst du die Kamera fest und hast am unteren Ende der Steadicam ein Gegengewicht, welches die Kamera versucht im Lot zu halten. Der Griff des Schwebestativs sitzt flexibel und kann bewegt werden, ohne dass die Kamera sich bewegt. Wenn du nun also eine Kamerafahrt machst, wird die Kamera automatisch vom Gegengewicht stabilisiert und du nimmst schon deutlich ruhiger während des Gehens auf. Aber: Eine Steadicam bzw. ein Schwebestativ braucht auch Übung, weil du den Nachteil hast, dass die Kamera schaukeln kannst. Mit ein wenig Übung bekommt man das aber nicht nur recht gut in den Griff, sondern lernt damit auch umzugehen. Steadicams bzw. Schwebestative sind deutlich günstiger als Gimbals, wobei letztere aber eine deutlich bessere Leistung erbringen.

Mein neuer Rollei eGimbal G4 für die GoPro
Mein neuer Rollei eGimbal G4 für die GoPro

Und darauf gehe ich jetzt ein: Auf die Gimbals. Es gibt Gimbals von klein bis groß. So gibt es zum Beispiel auch Gimbals für GoPros aber auch richtige Profi-Systeme wie den DJI Ronin, der für DSLRs und Systemkameras ausgelegt ist. Der Vorteil hier: Ausgeglichen wird die Kamera durch Motoren, die automatisch die Bewegungen ausgleichen. Mit einem Gimbal bekommt man extrem ruhige Kamerafahrten hin. Gimbals werden in der Profibranche verwendet, beispielsweise für Musikvideos aber auch für Kinofilme.

Schulterrigs & andere Rigs

Es gibt neben den Gimbals und Steadicams noch etliche Rigs, die dir dabei helfen weniger Wackler in deinen selbstgedrehten Videos aufzunehmen. Ich finde ja ein Schulterrig extrem entspannt. Dabei wird die Kamera in das Rig geschraubt – welches dir dann erlaubt, es mit zwei Händen festzuhalten und auf deiner Schulter zu platzieren. Ich versichere dir, dass du damit zwar ruhigere Aufnahmen machen kannst, aber eben keine komplett wackelfreien. Trotzdem reduzieren sich die Wackler in deinen Videos drastisch.

So sieht ein typisches Schulterrig für DSLRs aus
So sieht ein typisches Schulterrig für DSLRs aus

Stabilisierung via Software

Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, seine Videos via Software zu stabilisieren. Dabei analysiert das Programm die Bewegungen im Video und versucht es dann zu stabilisieren. Das Problem: Die Ergebnisse sind nicht immer die besten. Besser werden die Ergebnisse nur, wenn das Video schon vorher auf drei Achsen stabilisiert wurde (beispielsweise durch einen Gimbal) und das Programm nur noch die horizontalen und die vertikalen Bewegungen ausgleichen muss. Die Bewegungen, bei dem die Kamera sich um die eigene Achse dreht (und das passiert auch!) sind schwer zu analysieren und zu stabilisieren – manchmal merkt man dann im Ergebnis ein verzerrtes Bild, weil das Videobearbeitungsprogramm es nicht besser weiß.

Die meisten Programme, wie zum Beispiel Adobe After Effects oder Final Cut Pro X beherrschen eine solche Stabilisierung schon, aber eben nur bis zu einem gewissen Grad. Deswegen empfehle ich, nicht nur auf die Stabilisierung in der Post Production zu setzen, sondern schon von Anfang an zu versuchen, wackelfreie Videoaufnahmen hinzubekommen. Das macht die Sache deutlich einfacher und führt zu einem besseren Ergebnis.

Verwackelt nein, leichte Wackler sind kein Problem

Was du wissen solltest: Leichte Wackler in Videos sind kein Problem. Sie lassen das Video authentisch wirken. Das Ding ist, dass man eben auch von den leichten rucklern im Video ablenken kann, indem man die Aufmerksamkeit auf das Motiv zieht – und genau so soll es ja auch sein. Du glaubst gar nicht, wie viele Wackler du schon in einem Video übersehen hast, obwohl sie sichtbar waren. Du warst aber auf das Motiv fixiert und da die Wackler nicht so extrem stark waren, hast du sie auch nicht wirklich wahrgenommen.

Ich für meinen Teil habe mir jetzt einen Gimbal für meine GoPro gekauft (Rollei eGimbal G4), damit meine Lost Place Videos deutlich ruhiger werden. Ich möchte mich ja schließlich auch verbessern was die Aufnahmen und meine Videos angeht. Ich bin mal gespannt, wie die ersten Aufnahmen aussehen werden und wie die Kamerafahrten werden. Ich freue mich bereits jetzt auf die nächste Tour und hoffe, dass mich mein Rollei eGimbal G4 nicht enttäuscht. Bei den ersten Tests hat er das zumindest nicht!

Empfange ab sofort meinen Newsletter
Bekomme die neusten Lost Places direkt in dein Postfach!
Ich verschicke keinen Spam und gebe deine Daten nicht weiter. Außerdem kannst du dich jederzeit austragen.
Möchtest du noch mehr lesen?

Hinterlasse ein Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht